Fachfirma kümmert sich nicht

Lärmschutzwand in Niestetal: Praktisch, aber hässlich

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Schutz vor Lärm: Die Wand bei Niestetal

Niestetal. Sie könnte grüner sein, die Mauer, die den Lärm der Straße „An der Autobahn“ in Niestetal-Heiligenrode von den Wohnhäusern fernhalten soll. Vor über einem Jahr wurde sie bepflanzt - doch viel gebracht hat das nicht.

Ende 2014 war sie innerhalb von zwei Wochen gebaut. Heute, mehr als eineinhalb Jahre später, sieht die als „Klagemauer“ bezeichnete Wand noch immer überwiegend grau aus – das von Anwohnern gerügte triste Erscheinungsbild besteht weiterhin. Da wurde wohl zu wenig gegossen“, sagt Markus Heimann vom Bauamt der Gemeinde Niestetal. Verdorrte Pflanzen habe die zuständige Firma nicht ausgetauscht. 

Markus Heimann

Dabei ging es so gut los, erinnert sich Heimann. „Das Gras obendrauf wurde gesät und wuchs sehr schnell, da hatten wir uns schon gefreut, dass auch die Kletterpflanzen richtig loslegen.“ Gemäß dem Konzept des Herstellers der 200 Meter langen Mauer, der [k]nord GmbH aus Ganderkesee (Landkreis Oldenburg), wurde die Wand aus Stahlmatten und mit Erde gefülltem Vlies mit drei Sorten ausgestattet: Efeu, Wildem Wein und Clematis. Das Ergebnis bis jetzt ist ein grün-braunes Gemisch aus hochgewachsenen grünen und in scheinbar kürzester Zeit vertrockneten Ranken. 

Nachbepflanzung angedacht 

Zwei aufeinanderfolgende trockene Sommer haben es den Pflanzen schwer gemacht, begründet Heimann dies. Ein Indiz dafür, dass die Sonne auf der Seite der Straße das Wachstum erschwert hat, ist die Rückseite der Lärmschutzwand: Zur Nord- und Ostseite wachsen die Pflanzen immerhin bis zur Hälfte der Mauer hoch. 

Von der Firma Wachenfeld in Korbach, in dessen Auftrag ein Landschaftsgärtner die Mauer bepflanzen und über drei Jahre pflegen soll, heißt es: „Aus verschiedenen Gründen ist die Sache nicht so angegangen worden, wie man es sich gewünscht hätte.“ Sobald die Witterung besser sei, werde die Fachfirma aber nachbessern. Wann genau, könne man noch nicht sagen. 

„Ablauf ist ärgerlich“ 

Die Gemeinde Niestetal beruft sich auf die Aussage des von ihnen für die Gestaltung der Mauer bezahlten Ingenieurbüros Oppermann aus Vellmar, Mitte September werde nachgepflanzt. „Wir hätten uns bei den Pflanzarbeiten etwas mehr Engagement gewünscht“, gesteht Heimann. 

Auch Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) findet den Ablauf ärgerlich. Wenn auch das fehlende Grün „der Funktionalität keinen Abbruch“ tue – „hier geht es um die Optik und die ist natürlich auch wichtig“. Die Gemeinde hatte sich für den Bau der 200.000-Euro-Mauer entschieden, weil die Straße durch den Umbau des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg zu einem viel befahrenen Zubringer wurde.

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