Edeka-Markt und Werkstatt zerstört

Nach Großbrand: Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Sandershausen. Das Gröbste ist überstanden nach dem Brand in Sandershausen. Dort hat am Dienstagabend ein Großbrand Getränkemarkt, Werkstatt, Lagerhalle und Wohnhaus zerstört.

Was wir wissen:

  • Der Großbrand hat den Edeka-Getränkemarkt in Sandershausen zerstört
  • Auch eine angrenzende Werkstatt, eine Lagerhalle und mehrere Wohnungen sind ein Raub der Flammen geworden. In der Werkstatt brach laut Polizei das Feuer aus
  • Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Ein gutes Dutzend Bewohner eines Hauses wurden obdachlos
  • Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste aus der Region waren mit mehr als 260 Personen im Einsatz

Was wir noch nicht wissen:

  • Wie es zu dem verheerenden Großbrand kommen konnte
  • Wie hoch der entstandene Schaden ist. Er soll auf jeden Fall in die Hunderttausende gehen

Wie es heute weitergeht, was Dienstag passiert ist

Mittlerweile ist ein Großteil der 260 Einsatzkräfte wieder abgerückt. Eine Brandwache war die ganze Nacht vor Ort, heute morgen übernahm die Feuerwehr Niestetal. Rund um den Getränkemarkt sieht es derzeit aus wie eine Trümmerlandschaft. 

Zuletzt aktualisiert um 11.50 Uhr. 

Die Bewohner eines angrenzenden Wohnhauses können derzeit nicht in ihre Wohnungen zurück. Das Haus bleibt zunächst unbewohnbar. Die Anwohner konnten das Haus am gestrigen Abend rechtzeitig verlassen. 13 Bewohner wurden auf Initiative der Gemeinde Niestetal mit einem Bus zur Jugendburg und Sportbildungsstätte Sensenstein gebracht, um dort zu übernachten.

Großbrand in Sandershausen: Blick von oben auf die Ruine

Wo genau das Feuer ausgebrochen ist und wie hoch der Schaden ist, ist derzeit noch unklar. Sicher ist aber nach ersten Schätzungen, dass dieser in die Hunderttausende gehen wird. Brandermittler und Kriminalpolizei waren den ganzen Abend über an der Brandstelle.

Betroffen war der Edeka-Getränkemarkt, der nach Auskunft von Anwohnern vor nicht langer Zeit saniert worden war. Dieser liegt hinter dem Einkaufsmarkt an der Hannoverschen Straße. Ein Gebäudekomplex aus Autowerkstatt, Lagerhalle und einem Haus mit mehreren Wohnungen grenzt direkt an den Edeka-Getränkemarkt.

Brand in Sandershausen: Der Tag danach

Am Morgen danach: Wo einst Lagerhalle und Getränkemarkt standen, sind nur noch Trümmer.

Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte waren mit mehr als 260 Personen aus der gesamten Region im Einsatz, darunter auch zwei Drehleitern, Atem- und Katastrophenschutz, Licht- und Versorgungszüge. Auf dem Gelände der Jet-Tankställe errichtete die Feuerwehr die Einsatzzentrale für die fünf Abschnitte der Brandbekämpfung. Rund um die betroffenen Gebäude waren Schläuche gelegt, ebenso wurden mehrere Gebäude evakuiert, Parkplätze und der Supermarkt geräumt. Über Sandershausen stand eine riesige Rauchwolke, die auch aus der Ferne noch sehr gut zu sehen war.

Ausgangspunkt war ein kleiner Einsatz der Feuerwehr Niestetal gegen 17 Uhr, die einige brennende Büsche löschen musste. Dann bemerkten die Einsatzkräfte jedoch die Rauchschwaden, die vom benachbarten Edeka-Getränkemarkt kamen. Nach und nach wurden schließlich immer mehr Feuerwehrleute alarmiert. In der Folge kam es zu einem gefährlichen und kräftezehrenden Einsatz. Der Niestetaler Bürgermeister Andreas Siebert war auch in seiner Funktion als Feuerwehr-Pressesprecher ununterbrochen vor Ort und koordinierte den Einsatz zusammen mit den anderen Leitern und Brandinspektoren.

Die Polizei hatte die Hannoversche Straße bis in die Nacht voll gesperrt, dadurch staute sich teilweise der Verkehr. Hunderte Schaulustige verfolgten stundenlang, wie die Feuerwehr Schläuche ausrollte und den Brand bekämpfte.

Feuer in Sandershausen: Werkstatt und Edeka betroffen

Brisant waren für die Einsatzkräfte gleich mehrere Dinge: Zum einen liegen zwischen dem Getränkemarkt und einem Heizöllager nur etwa 20 Meter. Durch das gezielte Kühlen und Wässern von Dach und Außenwand gelang es der Feuerwehr aber, Schlimmeres zu verhindern. Zum anderen befindet sich im Getränkemarkt selbst nach HNA-Informationen ein großer Heizöltank, der aufwändig geschützt werden musste. Löscharbeiten im Getränkemarkt selbst waren aber schon bald nicht mehr möglich, da das Gebäude aus einer Stahl-Wellblech-Konstruktion gebaut ist. Diese biegt sich bei Hitze nach Außen, wodurch das Dach einstürzen kann.

Im weiteren Verlauf des Abends geschah genau dies: am Schluss waren zwei Drittel des Daches eingestürzt oder erheblich beschädigt. Die ganze Zeit über waren zwei Drehleitern vor Ort, um von oben die Flammen und Glutnester zu löschen. Als Laien wegen des heller werdenden Rauches schon optimistisch gestimmt waren, war der Einsatz noch lange nicht vorbei. Selbst gegen 22 Uhr waren Feuerwehrleute noch in der Werkstatt, da sich das Feuer dort wieder zurückgefressen hatte. Als das Feuer tatsächlich weitgehend gelöscht war, rissen zwei Bagger die Außenhaut des Getränkemarkt-Daches auf, um weitere Glutnester in den Räumen und im Dämmmaterial zu bekämpfen. Gegen 23 Uhr war das Gröbste überstanden.

Die Feuerwehr richtete einen Bereitstellungsraum ein, um die nachrückenden Einsatzkräften zu koordinieren. Diese arbeiteten im Schichtsystem und mussten teilweise anschließend wieder zurück in ihre Heimatorte, um dort die Einsatzbereitschaft dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die Feuerwehr selbst sprach schon am Dienstag von einer Großschadenslage.

Der Brandort

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.