Nach Großbrand: Edeka-Getränkemarkt in Sandershausen wird wiedereröffnet

Gestern wurde noch am Feinschliff gearbeitet: Heute wird der Getränkemarkt mit einem Programm eröffnet. Foto: Lischper

Niestetal. Ein Jahr ist es her, dass der Getränkemarkt des Edeka Kießling in Niestetal-Sandershausen vollständig ausgebrannt ist. Am Donnerstag wird der Markt wiedereröffnet - in neuer Form und mit größerem Sortiment.

Mit einem Paket eingepacktem Kuchen in der Hand stand Peter Dittmar schon am Mittwochmittag in der Tür zum Edeka-Marktbüro: „Um Punkt 7 Uhr bin ich morgen da“, rief er zu Marktleiter Michael Kießling rüber. Seit Donnerstagmorgen ist der Edeka-Getränkemarkt an der Hannoverschen Straße in Niestetal wieder geöffnet - ein Jahr nach dem Großbrand, der den Markt und die angrenzende Fläche komplett zerstörte.

Der 73-jährige Dittmar sei Stammkunde, erzählte er. Weil er Kießlings Markt so gern besuche, habe er für Freunde in China sogar mal einen Film darüber gedreht. Viel zu lang habe er nun auf den neuen Getränkemarkt warten müssen, so Dittmar. Und da war er nicht der Einzige.

„Den Kunden kam die Schließung natürlich ewig vor“, sagt Marktleiter Kießling. Dabei sei der Wiederaufbau schnell vorangegangen. Dass innerhalb von 13 Monaten wiedereröffnet werden kann, sei dem milden Winter zu verdanken, sagt Angelika Arndt, Inhaberin von Grundstück und Gebäuden und Geschäftsführerin der Degenhardt-Vermögensverwaltung. „Da konnten wir zügig weiterbauen.“

Die Kunden erwarte nun ein in Bau und Gestaltung moderner Getränkemarkt, dessen Neubau mit einigen Neuerungen aufwartet: „Die veränderte Form macht wegen der besseren Aufteilung ein größeres Sortiment möglich“, erzählt der 38-jährige Marktleiter. Wer den Markt betritt, steht vor Spirituosen und Wein, hinter den Regalen stehen die klassischen Kistenreihen.

„Die Gänge sind breiter, Bilder und Beschriftung bieten Orientierung und die Kisten sind so niedrig gestapelt, dass auch Frauen gut rankommen“, so Kießling. Höhepunkt ist wohl der Leergutautomat - einer für alle Flaschen von Glas bis PET.

Bei dem Großbrand am 14. April 2015 war das Feuer von einer benachbarten Kfz-Werkstatt ausgegangen. „Es war schockierend, wie schnell das Feuer in wenigen Stunden alles zerstörte, was wir uns aufgebaut hatten“, erinnert sich Kießling, der den Markt mit seiner Frau Daniela (34) führt. „Und es zeigte uns, wie schnell man unverschuldet in Probleme geraten kann.“

Um den Kunden des Supermarktes dennoch Getränke anbieten zu können, hatte man ein vorübergehendes Getränkelager vor dem Haupthaus installiert. Als wäre der Brand nicht schlimm genug gewesen, wurde das Container-Provisorium in dieser Zeit zweimal Tatort eines Überfalls. Vielleicht ist es dem Klima unter den Mitarbeitern zu verdanken, dass selbst die vom Überfall Betroffenen weiterhin im Getränkemarkt arbeiten werden.

Vermutlich trägt aber auch die positive Energie von Marktleiter Michael Kießling dazu bei, der schon als Jugendlicher nichts anderes wollte, als diesen Beruf auszuüben.

Hintergrund 

Der neue Getränkemarkt des Edeka Kießling fällt mit 1100 Quadratmetern Grundfläche und 750 Quadratmetern Verkaufsfläche minimal größer aus als sein Vorgänger. Auf die Kosten wollte sich Gebäudeinhaberin Angelika Arndt nicht festlegen, viele Rechnungen seien noch nicht da und die Versicherung habe den Schaden noch nicht komplett berechnet. Derzeit wird noch an der Außenanlage gearbeitet.

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