Die Gemeinde Niestetal hat als erste im Landkreis ein solches Terminal

Neuer Ausweis am Automaten: Gerät erfasst biometrische Daten

Niestetal. „Bitte schauen Sie in den Spiegel“ - Bürgermeister Andreas Siebert gehorcht und blickt mit unbewegter Miene geradeaus. Er lässt das Foto für einen Personalausweis erstellen.

Ihm gegenüber sitzt allerdings keine Person, sondern es steht dort der neue Ausweis-Automat der Gemeinde Niestetal. Das Selbstbedienungsportal erfasst die biometrischen Daten, die zur Erstellung von Ausweisdokumenten wie Reisepass und Personalausweis notwendig sind.

Die Gemeinde Niestetal ist bisher die einzige im Landkreis, die über ein solches Gerät verfügt. Und das sei bei den ersten Nutzern auf Begeisterung gestoßen, sagt Maureen Kessler, stellvertretende Fachbereichsleiterin Ordnung und Soziales. Der Automat soll die Wartezeit verkürzen und den Bürgern die Antragstellung vereinfachen. „Damit müssen die Leute zum Beispiel nicht extra zum Fotografen“, sagt Kessler.

Nicht ganz kostenlos

Ganz kostenlos ist das Angebot allerdings nicht: Zu den üblichen Gebühren kommt ein Kostenbeitrag von 4,50 Euro. Siebert glaubt, das lohnt sich: „Die Fehlerquote ist bei den biometrischen Bildern so super gering.“ Denn der Automat passt sich der Größe der betreffenden Person an, gibt die Blickrichtung vor und zeigt im Vorfeld Beispielbilder. Der Passautomat kann allerdings noch mehr als Bilder machen. Er scannt außerdem die Fingerabdrücke und die Unterschrift des Antragsstellers.

„Das heißt allerdings nicht, dass wir uns komplett auf die Maschine verlassen und auf Menschen verzichten“, sagt Siebert. Die Daten werden vom Automaten an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. Dort wird der Antrag weiterbearbeitet und die Daten und die Identität des Antragstellers überprüft. Im Eingangsbereich sitzt auch immer ein Mitarbeiter, um weniger technikaffinen Menschen beizustehen. „Es ist ein Kann und kein Muss“, sagt Siebert. Wer nicht mag, kann auch weiter den regulären Weg der Antragsstellung gehen. „Aber wir wollen den Menschen die Berührungsängste nehmen. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass es so schnell und einfach geht.“ Das haben wir ausprobiert. Bei unserem Test braucht Bürgermeister Siebert nur knapp zwei Minuten.

Und so geht’s:

  •  Antippen und los geht’s. Zuerst stellt sich der Automat auf die Körpergröße ein.
  •  Man wählt aus, welches Ausweisdokument man braucht. In diesem Fall ist es der Personalausweis. Der Automat nimmt auch die Daten für vorläufige Pässe und Ausweise auf.
  •  Der Automat zeigt Beispielbilder und schießt dann ein Foto.
  •  Der Antragsteller wählt das beste Foto aus.
  •  Die Fingerabdrücke werden gescannt.
  •  Die Unterschrift wird ebenfalls gescannt.
  •  So sieht das vorläufige Dokument aus. Die fehlenden Daten werden vom zuständigen Sachbearbeiter aufgenommen.

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