Niestetal: 13-Jähriger stürzte durch Oberlicht der Mehrzweckhalle

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Diese Stelle an der Mehrzweckhalle Niestetal scheint Jugendliche anzuziehen: Über die Steintreppe steigen sie auf den Gang der Halle, in dem sich die Oberlichter befinden.

Niestetal. Glück im Unglück: Ein 13-jähriger Junge ist am Montagnachmittag durch das Dach der Mehrzweckhalle in Niestetal-Sandershausen gestürzt.

„Er hatte offenbar einen Schutzengel dabei“, heißt es in der Polizeimitteilung.

Aktualisiert um 17.58 Uhr

Der aus Niestetal stammende Schüler war laut Polizeiangaben gegen 16 Uhr mit seinem 14-jährigen Freund aus Kassel auf einen Gang geklettert, der an die Halle angegliedert ist. Als er sich auf ein dortiges Oberlicht setzte, habe die Plastiklichtkuppel nachgegeben und der Junge stürzte 3,8 Meter in die Tiefe. Verletzt sei er ins Krankenhaus gebracht worden und habe dort auch die Nacht verbracht. Von schweren Verletzungen sei er laut Polizeibericht verschont geblieben. Fall abgeschlossen Für die Polizei sei der Fall bereits abgeschlossen, sagt Polizeisprecher Torsten Werner auf HNA-Anfrage. Man geht von einem Unfall aus und ermittelt nicht weiter. Die Mehrzweckhalle in der Nachbarschaft des Rathauses ist der wichtigste Veranstaltungsort in Niestetal.

Hausmeister Heinz Kraft und Zimmermann Ralf Massow mit dem zerstörten Oberlicht.

Seit Jahren plant die Gemeinde, die mehr als 30 Jahre alte Halle zu sanieren. Dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen dem baulichen Zustand der Halle und dem Unfall, schließt die Polizei aus. „Zum jetzigen Zeitpunkt“ gebe es keinen Hinweis darauf, dass sich die Gemeinde etwas zuschulden hat kommen lassen. Der Junge habe fahrlässig gehandelt, so Werner. Darauf beruft sich auch Bürgermeister Andreas Siebert (SPD): „Man klettert nicht auf Dächer.“ Und wer es doch tue, den würden auch keine Verbotsschilder davon abhalten. „Unsere Halle ist so angelegt, dass man, wenn man körperlich fit ist, problemlos drauf kommt.“ Als die Halle gebaut wurde, habe es anfangs einen Stacheldraht an dieser Stelle gegeben, sagt Bauamtsleiter Peter Lieder. Man werde sich den Ort nun noch einmal anschauen und vielleicht eine Mauer hochziehen.

Dass das Oberlicht eingestürzt ist, führt Bürgermeister Siebert auf das Material zurück: „Es ist ein Stück Plastik – das hält halt einfach nicht aus, wenn jemand draufsteigt oder drüberläuft.“ Einen Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Halle sehen weder der Bürgermeister noch der Bauamtsleiter. Unabhängig vom Unfall sei geplant, noch im laufenden Jahr mit der Sanierung zu beginnen. Die ersten Bauschritte könnten aber erst nach der Verabschiedung des Haushalts beschlossen werden, so Siebert.

Hintergrund:

Die Mehrzweckhalle in Sandershausen ist der wichtigste Veranstaltungsort in Niestetal. Während das Rathaus nebenan im Zuge der Schadstoffsanierung erweitert und modernisiert wurde, ist die Sanierung für das über 30 Jahre alte Gebäude an der Heiligenröder Straße im Herbst 2012 auf Eis gelegt worden. Grund dafür war die unsichere Finanzlage der Gemeinde, die unter ungewöhnlich hohen Belastungen durch Umlagen ächzte, bedingt durch hohe Gewerbesteuereinnahmen in den Jahren zuvor. Mit dem Aufschub der Sanierung reagierten die Gemeindevertreter 2012 auf die sich dramatisch zuspitzende Finanzkrise der 10 500-Einwohner-Gemeinde.

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