Bewohner müssen vorübergehend ausziehen

Niestetal will 100 Wohnungen sanieren: Neubau soll Übergangsherberge werden

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In die Jahre gekommen: Die gemeindeeigenen Häuser am Jahnplatz in Heiligenrode sind nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Auch sie sollen saniert werden. 

Niestetal. Im Zuge eines umfassenden Sanierungsprogramms will Niestetal in den kommenden Jahren 100 gemeindeeigene Wohnungen auf den neuesten Stand bringen. 

Die Investitionssumme beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro.

Die Kommune hofft auf Unterstützung durch Bund und Land. Während der schrittweisen Sanierung in den kommenden zehn Jahren soll ein Großteil der Mieter in einem Neubau untergebracht werden. 

Andreas Siebert

Die Mehrfamilienhäuser am Jahnplatz in Heiligenrode sind auf den ersten Blick gut in Schuss, doch auf den zweiten herrscht Handlungsbedarf. Die gemeindeeigenen Objekte, die in den 1950er-Jahren errichtet wurden, sind nicht barrierefrei. Sie haben keine Balkone, die Bäder sind antiquiert. Und was den Energieverbrauch angeht, sind die Gebäude auch nicht auf der Höhe der Zeit. Doch das soll sich bald ändern: Die Häuser sind Teil eines umfassenden Sanierungsprogramms, mit dessen Hilfe die Gemeinde Niestetal ihre Objekte in den kommenden zehn Jahren systematisch aufwerten will.

Hoffnung auf staatliche Unterstützung

Hintergrund sei die Erkenntnis, dass es in Niestetal an preiswertem und zugleich attraktiven Wohnraum fehle, sagte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) im HNA-Gespräch. Nur noch zwölf Wohnungen seien in der Preisbindung des Sozialen Wohnungsbaus. „Wir haben einen wahnsinnigen Nachholbedarf bei der Sanierung“, sagt der Verwaltungschef selbstkritisch.

Peter Lieder

Mit zehn Millionen Euro beziffert Bauamtsleiter Peter Lieder die Investition. Ihm liegt inzwischen die Bestandsaufnahme sämtlicher Gebäude und Wohnungen vor, für die die Mieter bislang maximal 5,75 Euro pro Quadratmeter zahlen müssen. Lieder setzt für die Pläne auf die finanzielle Unterstützung von Bund und Land. „Wir hoffen, dass von dem Programm des Landes für den Sozialen Wohnungsbau etwas in Nordhessen ankommt.“ Wäre dies der Fall, müsste die Gemeinde nach den Berechnungen der Verwaltung zwischen 3,5 und vier Millionen Euro beisteuern.

„Das können auch Grundstücke sein“, sagt Lieder. Denn bevor die Sanierung der Wohnungen beginnen kann, wird die Gemeinde erst einmal bauen. Der Grund: Ein guter Teil der Mieter muss die Gemeindewohnungen für die Zeit der Sanierung verlassen.

„Es verliert niemand seinen Wohnraum.“

Der Neubau soll daher als Übergangsherberge dienen. Bedenken müssten die Betroffenen nicht haben, sagen Verwaltungschef Siebert und sein Bauamtschef unisono. Jeder Fall werde individuell betrachtet. „Es verliert niemand seinen Wohnraum“, stellt der Bürgermeister klar. Und der Zeitplan? Noch 2016 soll, ein zustimmendes Votum der Niestetaler Gemeindevertretung vorausgesetzt, mit der Planung begonnen werden.

2017 könnten „vielleicht schon die ersten Projekte umgesetzt werden“, sagt der Bauamtsleiter. Abgeschlossen werden soll das Neubau- und Sanierungsprogramm für die Gemeindewohnungen spätestens im Jahr 2030.

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