Flächen immer mehr vermüllt

Niestetal: Streit um zwei Löcher auf Baugrundstücken

Überall liegt Müll: Die beiden ungenutzten Grundstücke vergammeln immer mehr.

Niestetal. Zwei ungenutzte Grundstücke bereiten der Gemeinde Probleme und sind Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen.

Auf der Baustelle hinter dem provisorischen Zaun hat schon lange niemand mehr gearbeitet: Der Aushub aus der Baugrube ist längst überwuchert, die Natur erobert sich das vermüllte Grundstück in Heiligenrode direkt hinter der Lärmschutzwand der Autobahn 7 zurück. Gleich daneben sieht es nicht besser aus: Vor Jahren wurde in direkter Nachbarschaft ebenfalls eine Baugrube ausgehoben, in der inzwischen das Wasser steht.

Aus den inzwischen sechs Jahre zurückliegenden Plänen für zwei Mehrfamilienhäuser in der Straße In den Müllerwiesen ist augenscheinlich nichts geworden.

Bereits seit geraumer Zeit bereiten die beiden ungenutzten Grundstücke der Gemeinde Niestetal Probleme und sind Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen. Die Gemeinde hatte die Grundstücke an einem Privatmann verkauft - versehen mit einem sogenannten Bauzwang.

Will heißen: Wird auf einem Areal nicht innerhalb einer bestimmten Zeit (beispielsweise zwei oder fünf Jahre) ein Gebäude errichtet, ist der Vertrag hinfällig. Das Baugrundstück fällt dann an die Kommune zurück, die dem einstigen Käufer ihrerseits den Kaufpreis erstatten muss.

Durch den Bauzwang soll der Spekulation ein Riegel vorgeschoben und dafür gesorgt werden, dass ein Wohngebiet in möglichst kurzer Zeit tatsächlich besiedelt wird.

Bauamtsleiter Peter Lieder

Doch im vorliegenden Fall sei die Rückabwicklung des Kaufvertrages nicht so einfach, sagte Bauamtsleiter Peter Lieder auf HNA-Anfrage. Zwar habe die Kommune inzwischen die Rückgabe des Grundstücks vor Gericht erstritten, doch erneut an den Mann bringen kann die Gemeinde die Grundstücke nicht. „Wir können doch nicht zwei Löcher verkaufen“, sagt Lieder sarkastisch. Doch wie viel ist ein Grundstück mit Baugrube wert? Wie viel Geld muss die Gemeinde dem privaten Investor erstatten? Und wer stellt den Urzustand des Baugrundstücks wieder her? Diese Fragen werden die Verwaltung voraussichtlich noch geraume Zeit beschäftigen. 

Der Stand des Verfahrens ist auch Thema in der nächsten Sitzung der Niestetaler Gemeindevertretung. Sie findet am kommenden Donnerstag, 12. Mai, 20 Uhr, im Rathaus, Heiligenröder Straße 70, statt.

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