Niestetaler Hallenbad: Es gibt nichts mehr zu essen und zu trinken

Snack zum Stärken? Fehlanzeige: Die Cafeteria im Wichtelbrunnenbad in Niestetal ist seit geraumer Zeit geschlossen. Seither gibt es für Kinder und Eltern hier nichts mehr zu essen und zu trinken. Unser Bild zeigt im Hintergrund das marode Hallenbad. Foto: Fischer

Niestetal. Wenn Mütter und Väter früher ihren Nachwuchs zum Schwimmunterricht ins Wichtelbrunnenbad in Sandershausen brachten, dann hatten sie kein Problem, die Zeit zu überbrücken.

In der Cafeteria konnten sie ein Eis essen oder einen Kaffee trinken und dabei durch die Scheibe die ersten Schwimmversuche des Nachwuchses beobachten. Seit geraumer Zeit ist das nicht mehr möglich. Der Grund: Der Pächter der Gastronomie hat seinen Vertrag mit der Gemeinde Niestetal gekündigt, seither ist die Cafeteria dicht. Auch wer mit hungrigem Magen und durstig aus dem Wasser steigt, hat seitdem schlechte Karten: In dem in die Jahre gekommenen Hallenbad gibt es nicht einmal kleine Snacks und Getränke. Doch nicht nur bei der Versorgung der Badegäste im Wichtelbrunnenbad gibt es ein Problem. Auch die Besucher des benachbarten, nur im Sommer geöffneten Naturerlebnisbads müssen darben. Denn der gekündigte Pachtvertrag umfasste auch den Kiosk am Rande des Schwimmteichs. Auch dieser war in der Saison 2015 dicht. Im Sommer kam gelegentlich ein Eisverkäufer vorbei, das war’s.

Bei der Gemeinde hat man das Problem inzwischen erkannt. Einen neuen Pächter zu finden, hält man nach Auskunft von Bauamtsleiter Peter Lieder angesichts des absehbaren Endes des Wichtelbrunnenbads nicht mehr für realistisch. Wie berichtet, hat sich die Mehrheit der Niestetaler bei einem Bürgerentscheid am 8. November für den Neubau eines Hallenbads zwischen dem Gemeindezentrum und der Autobahn 7 ausgesprochen.

Statt auf einen neuen Wirt setzt man im Rathaus nun auf Automaten für die Badegäste. „Wir haben von mehreren Automatenaufstellern Angebote eingeholt, die jetzt ausgewertet werden“, berichtet der mit dem Thema betraute Verwaltungsmitarbeiter Rainer Thöne. Kaltgetränke, Snacks und Kaffee seien als Angebot denkbar. Entschieden sei aber noch nichts. Das Thema Versorgung könnte auch zum Problem bei dem künftigen Hallenbad werden. Beim Blick auf die ersten Pläne wird klar: Auch für das neue Bad ist keine Cafeteria vorgesehen. Die Gemeinde will sich bei dem auf 6,2 Millionen Euro geschätzten Bauprojekt auf das Notwendigste beschränken.

Im Wesentlichen soll es darum gehen, dass dort Kinder schwimmen lernen können. Geld für ein gastronomisches Angebot wird sie laut Bauamtsleiter Lieder nicht in die Hand nehmen. Ob es eine andere Lösung geben wird, ist offen.

CDU akzeptiert Bürgerwillen

Entgegen einer früheren Ankündigung wird die CDU das Ergebnis des Bürgerentscheids zum Schwimmbad-Neubau in Niestetal nicht anfechten. Das teilte Jens Horstmann als Sprecher des CDU-Vorstands mit. Bei 2985 Ja-Stimmen seien „die 699 desinformierten Briefwähler“ nicht wahlentscheidend, schreibt Horstmann in einer Pressemitteilung. Die CDU hatte vor der Abstimmung am 8. November kritisiert, dass wichtige Informationen über das Bauprojekt erst nach Beginn der Briefwahl veröffentlicht worden seien. Die CDU will im parlamentarischen Verfahren nun darauf achten, dass der Kostenrahmen von 6,2 Mio. Euro nicht überschritten wird. Es dürfe auch keine Erhöhung der Kita-Gebühren, Steuern und Abgaben geben.

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