Verwaltung lehnt Sicherheitsvorkehrungen ab

Keine Schutzbauten für Oberlichter auf Niestetaler Mehrzweckhalle

Keine Schilder und kein Draht: Die Mehrzweckhalle Niestetal. 

Niestetal. Keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen an der Mehrzweckhalle wird die Gemeinde Niestetal nach dem schweren Unfall treffen.

Dabei war am 29. Februar ein 13-jähriger Junge vom Hallenvordach durch ein Oberlichtfenster 3,80 Meter tief in den Tribünentrakt des Gebäudes gestürzt. „Wir werden weder Verbotsschilder aufstellen, noch eine Mauer ziehen, noch das Vordach mit Stacheldraht sichern“, sagt Bauamtsleiter Peter Lieder. All das mache keinen Sinn. So habe es sich bei dem Unfall, bei dem sich der Junge nur mit viel Glück lediglich leichte Verletzungen zugezogen hatte, um einen „schweren Fall von jugendlichem Leichtsinn“ gehandelt, sagt Lieder.

Prinzipiell untersagt

„Kein erwachsener Mensch kommt ja auf die Idee, einfach so auf ein Vordach zu klettern“, sagt Lieder, „auch nicht auf die Idee, sich dann noch auf ein dünnes Plastik-Oberlichtfenster zu setzen, das baulich gar nicht dafür vorgesehen ist und deshalb solchen Belastung gar nicht standhalten kann“. Es verstehe sich von selbst, dass daher nicht explizit darauf hingewiesen werden müsse, dass das Besteigen des Dachs der Mehrzweckhalle prinzipiell untersagt sei.

Selbstverständlich habe die Verwaltung über Sicherheitsmaßnahmen nachgedacht. „Eine Schutzmauer ist schon aus dem Grund ausgeschieden, als dass dann das gesamte Gebäude mit einer Mauer hätte umbaut werden müssen“, sagt Lieder. Im Umkehrschluss hieße das, dass in der Folge jedes Gebäude, das relativ leicht zu erklettern sei, mit einer Mauer gesichert werden müsse. Lieder: „Wenn jemand unbedingt das Vordach der Mehrzweckhalle ersteigen will, dann schafft er das auch - egal ob da Schilder, ein Draht oder eine Mauer im Wege stehen“.

Polizei prüfte Vorfall

Nach dem Unfall habe die Gemeinde Niestetal den Vorfall noch einmal mit der Polizei genau rekonstruiert, mit dem Ergebnis, dass der Gemeinde kein Vorwurf zu machen sei. „Baulich und gemäß der jeweiligen Zweckbestimmung war alles in Ordnung - das Dach ebenso wie die Oberlichter“, sagt Lieder. Man könne nicht alles so bauen, um jedwede Eventualität damit abzusichern. „Wir können nur an die Eltern und jungen Leute appellieren, solche Leichtsinnigkeiten in Zukunft zu unterlassen.“

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