Ortsdurchfahrt Sandershausen: Fahrradstreifen sorgt für Kritik

Ortsdurchfahrt Sandershausen: Wie beim jetzt fertiggestellten ersten Bauabschnitt (Bild) wird später die gesamte Hannoversche Straße keinen Radweg aufweisen. Foto:  Naumann

Niestetal. Die Nicht-Einplanung eines Radweges entlang der Ortsdurchfahrt Sandershausen (Hannoversche Straße, L 562) sorgt weiterhin für Unmut.

Alois Lorscheider-Brinkmann aus Niestetal, der im Jahr 2010 vor der Gemeindevertretung den Antrag zur Prüfung eines Radwegs entlang der Hannoverschen Straße gestellt hatte, spricht von einer „vertanen Chance“.

 Sehr wohl sei die Realisierung eines Fahrradschutzstreifens im Zuge der aktuellen Sanierung der Ortsdurchfahrt möglich gewesen – auch ohne Grundstückszukäufe. Das sei auch vom beauftragten Bochumer Planungsbüro BBW explizit bestätigt worden. „Dabei hätte es einen Wegfall von nur wenigen Stellplätzen für Autos gegeben, wenn gleichzeitig ein Quartiersparkplatz an der Hannoverschen Straße angelegt worden wäre“, sagt Lorscheider-Brinkmann.

Einzige Nachteile: Etwas aufwendigere Tiefbauarbeiten und zwei Engstellen im insgesamt 3500 Meter langen Straßenverlauf der L 562 innerhalb Sandershausens.

Einbau nicht mehr möglich

 „Der nachträgliche Einbau eines Radweges ist nun nicht mehr möglich“, sagt Horst Sinemus von Hessen Mobil.

Im Zuge der Planungen sei die Straßenbreite von etwa 8 bis 8,5 Metern auf 6,5 Meter reduziert worden. „Das genügt nicht einmal mehr für einen auf die Straße aufgebrachten Fahrradschutzstreifen“, sagt Sinemus. Dieser müsse mindestens 1,5 Meter breit sein bei einer Straßenbreite von mindestens 7 Metern. Mit Blick auf den Verkehrsentwicklungsplan 2030 des Zweckverbandes Raum Kassel, der die Hannoversche Straße in voller Länge in das Haupt-Fahrradroutennetz als Zubringer von Sandershausen hin zur Leipziger Straße in Kassel-Bettenhausen aufgenommen hat, bewertet Lorscheider-Brinkmann die aktuelle Sanierung als kurzsichtig und nicht zeitgemäß. „Die jetzige Planung und Umsetzung konterkariert komplett die Bemühungen, den Radverkehr aufzuwerten“, sagt der Niester.

Selbst der Rahmenverkehrsplan der Gemeinde Niestetal aus dem Jahr 2012 habe zum Ergebnis gehabt, „dass die Anlage eines Schutzstreifens entlang der Hannoverschen Straße grundsätzlich möglich ist“. Wohlweislich werde der Radwegsverkehr künftig deutlich ansteigen, sagt Lorscheider-Brinkmann. So sei auch mit Blick auf Klimaschutzziele in Niestetal schlicht eine falsche Entscheidung getroffen worden. „In Sachen Radweg in Sandershausen ist das Kind in den Brunnen gefallen.“

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