Riesenbecken für Rochen

Video: Eines der größten privaten Aquarien steht in Niestetal

Kassel/Niestetal. Wenn Lars Uffelmann das Aquarium säubern muss, greift er zur Tauchausrüstung. Denn das riesige Becken macht richtig Arbeit: Sieben Meter lang, mehr als vier Meter breit und über zwei Meter tief.

Etwa 65.000 Liter Wasser passen rein. Der 27-Jährige betreibt eines der größten privaten Aquarien in Deutschland.

Das gigantische Fischbecken hat Uffelmann zusammen mit einem Freund im Anbau eines Wohnhauses in Niestetal geschaffen. Die begeisterten Aquarianer haben mit zusätzlichen weiteren Becken insgesamt annähernd 100.000 Liter Wasser im Haus. Das entspricht dem Inhalt von 500 Badewannen.

Rochen haben es den Fischfreunden besonders angetan. Majestätisch gleiten die Tigerrochen im Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern durch das 29 bis 30 Grad warme Süßwasser. Seit vielen Jahren sind die Männer von der Anmut der Rochen fasziniert. Die Tiere, die nicht aggressiv, sondern eher ängstlich sind, strahlen eine bemerkenswerte Ruhe aus, findet Uffelmann.

Aufwendige Technik: In jeder Stunde werden im XXL-Aquarium von Lars Uffelmann 100 000 Liter Wasser aufbereitet. Foto: Koch

Kuscheltiere sind die gehaltenen 40 Rochen aus sieben Arten – darunter auch Itaituba-, Leopoldi-, Henlei- und Schröderrochen – freilich nicht. So ein „Black Diamond“ hat einen gefährlichen giftigen Stachel. Deshalb darf Uffelmann, der im Hauptberuf als Disponent in einer Kasseler Firma arbeitet, beim Reinigen des Aquariums nie auf den Sand auf dem Beckenboden – zwei Tonnen Sand liegen dort – treten. Denn da könnte sich ein Rochen eingegraben haben, der beim Drauftreten seinen Stachel zur Verteidigung einsetzen würde.

Die Zucht verbessern

„Wir haben das Ziel, dass es den Tieren gut geht, dass sie sich vermehren“, sagt der Aquarianer. „Wir gucken, dass wir die Zucht verbessern.“ Deswegen gibt es für die Fische stets frisches Wasser mit viel Sauerstoff, die Filteranlagen schaffen in jeder Stunde 100.000 Liter. Und gutes Futter gibt es auch. Morgens wird Trockenfutter serviert – Pellets, wie sie auch Forellenzüchter verfüttern.

Zum Dinner am Abend im XXL-Aquarium bekommen die Fische dann Frostfutter. Das sind frische tiefgefrorene Muscheln, Shrimps und Fische, angereichert mit Algenextrakten, Vitaminen und – ja, wirklich – etwas Knoblauch. Rochen sind halt Feinschmecker, das gilt auch für die anderen zumeist aus Südamerika und Asien stammenden Fischarten, die mit im Becken schwimmen.

Privates Riesen-Aquarium in Niestetal

Arowanas sind darunter, im Amazonas heimische Süßwasser-Raubfische, und auch Welse. Und es gibt Tarpune, wie große Heringe aussehende Meeresfische, die auch im Süßwasser leben können und weltweit nur äußerst selten in Aquarien gehalten werden.

Die beiden Aquarianer sind mit anderen Züchtern weltweit in Kontakt, in Holland, aber auch in China oder Brasilien. Und im benachbarten Thüringen. Dort gibt es ein privates Aquarium, das sogar doppelt so groß ist wie das Becken in Niestetal.

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © Foto: Koch

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