Schüler brachten Flüchtlingen das Fahren auf Longboards bei

Mehr Interessierte als Longboards: Nick Spangenberg und Max Berthold haben eine Longboardstunden für Flüchtlinge organisiert und bekamen viel Zuspruch für ihre Aktion. Bild: privat/nh

Niestetal. Zwei 13-jährige Niestetaler brachten Flüchtlingen das Fahren langer Skateboards, sogenannter Longboards, bei.

Sonntag, 22. Mai 2016, 10.45 Uhr - das Auto ist gepackt. Im Gepäck befindet sich neben Obst und Getränken, die von Lebensmittelmärkten zur Verfügung gestellt wurden, eine Vielzahl von Longboards, also verlängerten Skateboards. Die 13-jährigen Schüler Nick Spangenberg und Max Berthold haben heute ein ganz besonderes Ziel: Sie wollen Flüchtlingen aus der Gemeinschaftsunterkunft in Niestetal-Sandershausen das Fahren mit dem Longboard beibringen.

Nachdem der Mehrzweckplatz unter der Autobahn in Niestetal für das Projekt hergerichtet ist, treffen sich Nick und Max an der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Die Spannung, was nun kommt, ist groß. Interessierte im Alter von drei Jahren bis Mitte 20 stehen bereit.

Nach einem kurzen gemeinsamen Fußweg kommen alle am Mehrzweckplatz an. Jeder schnappt sich ein Board, lautet die Ansage und die Teilnehmer fahren drauflos. Schnell herrscht gute Stimmung - Max und Nick, die aus Landwehrhagen kommen, haben ihr wichtigstes Ziel schon erreicht: Den Asylbewerbern etwas Ablenkung vom trögen Alltag bringen. Mit mal mehr, mal weniger Geschick lernen die Flüchtlinge schnell mit den Boards umzugehen und probieren sich schon nach kurzer Zeit am nebengelegenen Skatepark aus. „Das ganze Projekt hat sich schon gelohnt, wenn man sieht, wie fröhlich und zufrieden die Flüchtlinge waren“, bestätigen Nick und Max danach. „Sie haben so viel gelacht, dass sie bestimmt für einen Moment die schlimmen Erlebnisse ihrer Vergangenheit vergessen konnten“, sagt Nick, der auch auf die Außenwirkung hinweist. „Die vielen Zuschauer kamen einfach mal mit den Flüchtlingen ins Gespräch.“

Einige Leute brachten Kuchen und Getränke vorbei. Dazu hatten die Schüler im Voraus aufgerufen (wir berichteten). Dank der Sponsoren hatten zehn Longboards gekauft werden können. „Leider waren die bestellten Boards noch nicht da, aber unsere Freunde haben ihre Boards für einen Tag ausgeliehen“, sagt Nick. Wenn die Longboards da sind, sollen sie dem Flüchtlingsheim zur Verfügung gestellt werden. Höhepunkt des Tages war schließlich eine Tour mit dem Longboard bis Heiligenrode. „Ein Flüchtling sagte uns, er freue sich, mal mit anderen Bewohnern in Kontakt gekommen zu sein“, meinte Nick stolz.

Ein Video zu der Aktion wollen Nick und Max in ihrem Kanal auf der Video-Plattform Youtube mit dem Verweis #LBSFF veröffentlichen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.