Produktvielfalt und Internationalität

Analyse der neuen Zahlen von SMA: Solartechnik-Hersteller lebt vom Ausland

Futuristisch, schön, energie-autark: Die SMA-Akademie am Stammhaus in Niestetal. Hier schult der Solartechnik-Hersteller Handwerker und Techniker an seinen Geräten. Archivfoto: Koch

Niestetal. Neue, effizientere, kompaktere und preisgünstiger herzustellende Produkte, optimierte Fertigungsprozesse, ein radikaler Unternehmensum- und schmerzhafter Stellenabbau.

Das sind die wesentlichen Zutaten, mit denen der Niestetaler Solartechnik-Hersteller aus der Krise gefunden hat.

Aber der Produzent von Wechselrichtern, die in Solarzellen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom wandeln, hatte auch das Glück des Tüchtigen. Die starke Nachfrage in Nordamerika und Fernost sowie der günstige Wechselkurs zum Dollar halfen SMA bei der Überwindung der Krise.

Dass diese sich in derselben Ausprägung wiederholen könnte, ist aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich. Denn das SMA-Geschäft ist ein komplett anderes als noch vor vier Jahren. Damals produzierten die Niestetaler zu 70 Prozent für den mit hohen Subventionen gepäppelten Inlandsmarkt. Heute sind es nun noch zehn Prozent. 40 Prozent des Umsatzes macht SMA in den USA, 30 in Europa (ohne Deutschland) und 20 in Asien. In Mittel- und Fernost sieht Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon noch erhebliches Potenzial.

Ein zweiter Grund für die deutlich geringere Verwundbarkeit der Niestetaler liegt im breiten Leistungsspektrum und in der kompletten Produktpalette. Im Gegensatz zum Wettbewerb bietet der Weltmarktführer Technik in allen Größen und für alle Anwendungen an: vom Mikrorichter für kleinste Dachflächen über mittlere Geräte für Gewerbebauten bis hin zu Schwergewichten und Infrastruktur-Komponenten für solare Großkraftwerke, wie sie vor allem in Nordamerika und Asien aus dem Boden sprießen. In dieser Vielfalt gepaart mit innovativen Lösungen sieht Urbon denn auch den Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens.

Wie hoch die globale Nachfrage nach Solartechnik aus Niestetal ist, zeigt der Absatz. In den ersten neun Monaten verkaufte SMA eine Wechselrichter-Leistung von fünf Gigawatt, was rein rechnerisch fünf Großkraftwerken entspricht. Im Vorjahreszeitraum war es gut ein Drittel weniger.

An Geld für die Erschließung neuer Märkte mangelt es SMA nicht. In der Kriegskasse liegen noch immer gut 250 Millionen Euro.

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