Solartechnik-Hersteller

SMA: Nach Radikalumbau Rückkehr zu alter Ertragsstärke

Läuft wieder: Die Produktion von Wechselrichtern im SMA-Werk am Sandershäuser Berg an der A  7. Unser Foto zeigt Julia Stunz bei ihrer Arbeit an der Linie für den Sunny Boy 5000 TL. Fotos: Fischer / Koch

Kassel / Niestetal. Die Stimmung während der SMA-Hauptversammlung am Dienstag in der Stadthalle hätte im Vergleich zur Vorjahresveranstaltung kaum unterschiedlicher sein können.

Wir erinnern uns: Im Mai 2015 musste Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon den Aktionären den Radikalumbau erläutern, dem 1200 Vollzeitstellen zum Opfer fallen sollten, und einen weiteren erheblichen Verlust in Aussicht stellen.

Ganz anders in diesem Jahr: Restrukturierung abgeschlossen, unerwartet schnelle Rückkehr in die Gewinnzone, Dividende für die Anteilseigner und Prämie für die Beschäftigten sowie glänzende Aussichten für die überschaubare Zukunft. „Die heutige Hauptversammlung fällt mir viel leichter als die letzte“, begann Urbon seine Rede.

Pierre-Pascal Urbon

In der machte er klar, wo SMA steht: Mit einem weltweiten Marktanteil von 21 Prozent nach wie vor auf Platz eins. Der nächstgrößte Wettbewerber bringt es auf acht Prozent. Und SMA sieht sich auch als unangefochtener Technologieführer, der dank einer völlig neuen Wechselrichter-Generation, effizienter Produktionsstrukturen und der radikalen Verschlankung deutlich preiswerter produzieren kann als noch vor zwei Jahren.

Aber SMA hatte auch das Glück des Tüchtigen. Ein boomender US-Markt infolge einer verlängerten Förderung sowie der schwache Euro, der Exporte in Dollar-Märkte außerhalb der USA erleichtert, sorgten für einen Umsatzschub und die frühzeitige Rückkehr in die Gewinnzone, die erst für 2017 oder 2108 erwartet worden war.

Die USA, wo SMA ein Produktionsstandort mit 400 Mitarbeitern betreibt, steht mittlerweile für 40 Prozent des Jahresumsatzes von rund einer Milliarde Euro. Europa und Asien steuern je 30 Prozent bei, wobei der einst boomende Inlandsmarkt mit 7,4 Prozent nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

In den USA wird derzeit monatlich mehr Fotovoltaik-Leistung installiert als in Deutschland im ganzen Jahr. In diesem Zusammenhang erneuerte Urbon seine Kritik an der Bundesregierung, die selbst verbrauchten Solarstrom besteuern, den Windstrom-Zubau deckeln und für größere Fotovoltaik-Anlagen eine Ausschreibung vorschreiben will. Das konterkariere die Energiewende und gefährde die Klimaziele, sagte Urbon unter dem Beifall von etwa 400 Anteilseignern, Aktionärsvertretern und Analysten.

Die Aktionärsschützer, die eigentlich immer etwas zu mäkeln haben, waren dieses Jahr handzahm. Es gab zwar Nachfragen, aber kaum Kritik. Ganz im Gegenteil: Sie lobten das Management für die gute Arbeit, den Dividenvorschlag von 14 Cent je Aktie und die hervorragende Aktienkurs-Entwicklung. Der Wert der Titel verdreifachte sich binnen Jahresfrist nahezu auf 49,52 Euro.

Folgerichtig wurde der Vorstand mit mehr als 99 Prozent des anwesenden stimmberechtigten Kapitals entlastet.

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