Altvögel sind erst sechs Jahre alt

Sandershäuser Storcheneltern haben zwei Junge

Nur einen kurzen Moment recken die zwei Jungstörche ihre Hälse über den Nestrand. Die Küken werden ständig von den Altstörchen versorgt. Foto: Brenner

Niestetal. Nachdem das Sandershäuser Storchenpaar im Jahr 2015 drei Jungtiere großgezogen hat, werden es in diesem Jahr voraussichtlich wieder zwei sein.

Störche legen im Durchschnitt 3,8 Eier, aus denen drei Jungtiere hervorgehen und erwachsen werden.

„Pfingstmontag habe ich die Jungvögel erstmals gesehen. Sie werden ständig von den Eltern versorgt“, sagt der Kasseler Amateur-Fotograf Johannes Brenner, der die Störche in Sandershausen seit 2012 mit seiner Kamera beobachtet. Die Köpfe der beiden Küken habe er für einen kurzen Moment gesehen und fotografieren können.

Dass noch ein dritter Jungstorch im Nest sitzen könnte, sei durchaus möglich. „Auch 2015 tauchte das dritte Jungtier erst später auf“, schildert Brenner. Tatsächlich legen Störche ihre Eier nicht alle kurz hintereinander, der Entwicklungsstand der geschlüpften Jungvögel kann daher sehr unterschiedlich sein.

Geboren in Mengen nahe des Bodensees. Das Weibchen mit der Ringnummer DER AF 144 ist sechs Jahre alt. Fotos: Brenner

Inzwischen ist bekannt, wie alt das Sandershäuser Storchenpaar ist und wie lange es wohl noch auf den Wiesen nahe der Fulda und Nieste brüten wird. Wieder haben die Fotos von Johannes Brenner geholfen. Auf einigen der Teleobjektiv-Aufnahmen ist die Beringung der Tiere so gut zu erkennen, dass selbst sie Ringnummern zu entziffern sind. „Das Weibchen trägt die Ringnummer DER AF 144, das Männchen DER AJ 019“, sagt Brenner. DE steht für Deutschland, R für die Vogelwarte in Radolfzell am Bodensee, und der jeweilige Buchstaben- und Nummerncode im Anschluss steht für die individuelle Vogelkennung, aus der hervorgeht, wann und wo der jeweilige Vogel beringt wurde.

Geboren in Diespeck im Frankenland. Das Männchen mit der Ringnummer DER AJ 019 ist ebenfalls sechs Jahre alt.

„Das Weibchen wurde als Jungtier am 29. Juni 2010 in Mengen 40 Kilometer nördlich des Bodensees, das Männchen als Jungtier am 6. Juni 2010 bei Diespeck zwischen Würzburg und Nürnberg beringt“, sagt Heinz Stübing von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz. Damit seien beide Tiere jetzt sechs Jahre alt. „Das heißt aber auch, dass das Storchenpaar, das in Sandershausen seit 2008, als seit neun Jahren, erfolgreich brütet, nicht immer dasselbe war“, sagt Stübing. Zu berücksichtigen sei auch, dass Störche frühestens im dritten Jahr geschlechtsreif werden. Mit anderen Worten: „Das jetzige Paar ist frühestens seit 2013 in Sandershausen“, sagt Stübing.

„Das stimmt“, bestätigt Brenner, der das Storchenpaar seit 2012 beobachtet und fotografiert. „Auf den Fotos aus dem Jahr 2012 sind die beiden Altstörche nicht beringt. Ab 2013 sind die Altstörche beringt und es handelt sich bis heute um das gleiche Storchenpaar mit den bekannten Ringnummern. Das heißt, die Störche brüten jetzt zum vierten Mal in Sandershausen“.

„Und das werden sie wohl noch eine ganze Weile tun“, sagt Stübing. Störche werden bis zu 35 Jahre alt und nutzen dabei immer wieder das gleiche Nest zur Aufzucht ihrer Brut. „So werden die Sandershäuser wohl noch mindestens 25 Jahre lang Freude an diesem Storchenpaar haben“, sagt Stübing.

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