Storchenpaar in Niestetal hat Nachwuchs

Seit 2008 in Niestetal-Sandershausen zu Hause: Im vergangenen Jahr zog das Storchenpaar drei Junge auf, davor die Jahre stets zwei. Das Bild zeigt, wie der rechte Altvogel gerade Nahrung in das Innere des Nestes würgt, „ein untrügliches Zeichen dafür, dass Jungtiere im Nest sitzen müssen“, sagt Johannes Brenner aus Kassel, der das Foto geschossen hat. Foto: Brenner

Niestetal. Im Storchennest in Sandershausen gibt es offenbar Nachwuchs. Das zumindest hat der Kasseler Hobbyfotograf Johannes Brenner beobachtet.

Seit Wochen schon sitzt der Amateur-Fotograf Brenner regelmäßig nahe des Nistmastens auf den Sandershäuser Wiesen an der Fulda auf der Lauer und macht - um nicht zu stören meist aus dem Auto heraus - Aufnahmen von den Vögeln.

„Man kann die Jungstörche noch nicht sehen, aber die Altvögel bringen Nahrung zum Nest und würgen diese in die Tiefe des Nestes aus“, sagt Brenner. Dies sei ein eindeutiges Zeichendafür, dass Jungstörche geschlüpft seien. „Wie viele es aber sind, darüber lässt sich bislang nur spekulieren“, sagt Brenner. Es werde wohl noch einige Tage dauern, bis die Küken ihre Köpfe über den Nestrand heben werden.

Das Sandershäuser Storchenpaar, das bereits seit 2008 immer wieder zum gleichen Brutstandort nahe der Nieste-/Fuldamündung zurückkehrt, brütet stets erfolgreich. So wurden im vergangenen Jahr drei Jungstörche flügge, in den Jahren davor waren es immer zwei Jungstörche.

„Niemand kann sagen, wie viele Jahre dieses Storchenpaar hier noch brüten wird“, sagt Paul Krum, Leiter der Nabu-Arbeitsgemeinschaft (AG) Niestetal. „Weder wissen wir, wie alt das Weibchen ist, noch wissen wir, wie alt das Männchen ist“, sagt Krum. Beide Vögel seien beringt, doch habe es bislang noch keine Möglichkeit gegeben, die Informationen auf den Ringen abzulesen. Gelänge dies, könne genau das Alter und die Herkunft der Tiere ermittelt werden.

Jahrzehnte das gleiche Nest 

Störche können bis zu 35 Jahre alt werden, geschlechtsreif werden sie im Alter von vier Jahren. Ein Storchenpaar kann also bis zu drei Jahrzehnte lang auf dem immer gleichen Nest erfolgreich brüten.

In diesem Jahr leer geblieben: Der von der Nabu-AG Niestetal und der Gemeinde Niestetal aufgestellte Nistmast nahe des Rathauses fand in diesem Frühling kein brutwilliges Storchenpaar. Foto: Shuhaiber

Leer geblieben ist indessen das von der Nabu-AG-Niestetal in Kooperation mit der Gemeinde Niestetal aufgestellte Nistmast auf den Wiesen gegenüber des Niestetaler Rathauses. „Das Nest ist leider nicht von einem zweiten Storchenpaar besetzt worden, und wird es in diesem Jahr wohl auch nicht mehr“, sagt Krum. Grund: Der Storchenzug sei definitiv vorbei, auch die Nistplatzsuche.

Dennoch sei das Aufstellen des Nistmasten nicht umsonst gewesen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Angebot angenommen wird“, sagt Krum. Der Bedarf sei da. Viele Störche hätten im Frühjahr ihre Runden über das Fuldatal gedreht und nach geeigneten Brutrevieren Ausschau gehalten. „Sogar das Sandershäuser Storchenpaar hat dort kurz nachgesehen, ob sich nicht ein Umzug lohnt“, sagt Krum.

Dass möglicherweise der Standort nahe des Rathauses ungeeignet ist, glaubt Krum nicht. „Die Wiesen dort sind feucht, das Nahrungsangebot müsste Stimmen“, sagt Krum. Und wenn es dennoch an Lurchen und Amphibien fehle, „fressen Störche eben Insekten oder Mäuse.“

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