Kooperation der Konzerne bei Batteriespeichern

Elektro-Autobauer Tesla kooperiert mit SMA

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Bei SMA läuft es derzeit wieder rund: Unser Foto zeigt Michael von Wolf bei seiner Arbeit. Er montiert im Werk auf dem Sandershäuser Berg an der A7 Wechselrichter des Typs  Sunny Boy 5000TL für Hausdachanlagen.

Kassel. Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA geht eine weitere wichtige strategische Partnerschaft mit einem Technologie-Konzern ein.

Nach Kooperationen mit Danfoss (Dänemark) und Siemens hat SMA jetzt eine enge Zusammenarbeit mit dem weltweit führenden Hersteller von Elektro-Autos, Tesla, vereinbart. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. 

SMA hat spezielle, auf Tesla-Belange zugeschnittene Wechselrichter entwickelt, die die Speicherung von Solarstrom in stationären Batterien daheim ermöglichen. Das tun die Niestetaler für andere namhafte Autohersteller zwar auch, „aber das sind andere Batterie-Technologien“, erklärte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon im Gespräch mit der HNA.

Die neue Wechselrichter-Lösung aus Nordhessen verspricht besonders attraktiv zu werden, weil durch den Einbau der stationären Batterie keine aufwändige und damit teure Änderung an der Fotovoltaik-Anlage notwendig ist. „Unser System kann problemlos in bestehende Anlagen integriert werden – egal wie alt und wie groß sie ist“, sagt Urbon. So könnten Solaranlagen-Betreiber flexibel auf verändertes Verbrauchsverhalten reagieren und entsprechend nachrüsten. „Ein Alleinstellungsmerkmal“, wie der Unternehmenschef betonte.

Welchen Effekt die neue Kooperation auf den Umsatz haben wird, vermag Urbon derzeit nicht zu sagen. Aber er ist sicher, dass Tesla die Speichertechnik für daheim zu einem Massenmarkt entwickeln wird – auch wegen des so genannten Skaleneffekts. Der besagt, dass je mehr von einem Produkt – in diesem Fall die noch sehr teuren Lithium-Ionen-Batterien – hergestellt wird, es desto billiger wird. Dadurch wird es umso häufiger verkauft, was wiederum zu höheren Stückzahlen und damit zu weiteren Kostensenkungen führt. SMA rechnet bei leistungsfähigen Batteriespeichersystemen mittelfristig mit einem weltweiten jährlichen Marktvolumen von 0,5 bis 1,2 Milliarden Euro. Ende März soll das neue Produkt auf den Markt kommen. SMA ist bereits dabei, Handwerker in der eigenen Akademie in Niestetal für die Installation der Anlagen zu schulen.

Die Niesetaler sind die weltweit führenden Hersteller von Wechselrichtern, die in Solaranlagen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom wandeln. Nach drei Krisenjahren ist das Unternehmen Ende 2015 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nach der jüngsten Prognose hat es bei einem Umsatz von bis zu 975 Millionen Euro vor Steuern zehn bis 30 Mio. Euro verdient. Neben Solartechnik stellt SMA Bahnkomponenten und Hybrid-Kraftwerke her.

Unterdessen ist der sozialverträgliche Abbau von bis 1200 der 3100 Vollzeitstellen am Firmensitz weit vorangeschritten. Vorläufige Zahlen will SMA Ende Januar vorlegen.

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