Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet

Trotz keimfreien Trinkwassers: Gemeinde Niestetal nimmt letzte Probe am Netz

Blick in das Gemeindewerk: Vermutlich waren Keime bei Arbeiten an der Leitung in das Wassernetz von Heiligenrode gelangt.

Niestetal. Die Gemeinde Niestetal hat mit Proben an Brunnen, Hochbehälter und Ortsnetz nachgewiesen, dass das Trinkwasser in Heiligenrode keimfrei ist - und entnimmt eine weitere letzte Probe.

„In keiner der 24 entnommenen Proben konnten Fäkalkeime nachgewiesen werden.“ Dennoch ist am Montag eine letzte Beprobung veranlasst worden.

„Die drei Proben von vergangener Woche sind gesetzlich vorgeschrieben, aber der Betriebsleiter unserer Gemeindewerke wollte auf Nummer sicher gehen“, erklärt Heike Pflüger von der Niestetaler Hauptverwaltung. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden am späten Mittwochnachmittag vorliegen. „Sofern auch diese Proben keine Auffälligkeiten aufweisen, kann das Trinkwasser in Heiligenrode wieder ohne Einschränkungen genutzt werden.“

Das soll über die Internetseite der Gemeinde sowie über die Niestetaler Nachrichten passieren. „Flugblätter werden wird nicht mehr verteilen, weil es sich nicht um eine Gefahrenlage handelt“, so Pflüger.

Dass die Gemeinde trotz negativer Proben eine weitere Probe entnimmt, sei nicht üblich, so Thurid Marten vom Gesundheitsamt der Region Kassel. Man könne damit aber herausfinden, inwieweit die Chlorung wassereigene Bakterien, die nicht gesundheitsschädlich sind, beeinflusst hat. „An der Wasseroberfläche bildet sich gewöhnlich ein Biofilm, das ist eine Art Schleim. Der könnte sich vermehrt haben“, so Marten. Bei Hausinstallationen in Gebäuden passiere das häufiger, weil Wasser unregelmäßiger entnommen wird, als im Wassernetz einer Gemeinde. Das mache sich über unangenehme Gerüche bemerkbar.

Im Heiligenröder Trinkwasser waren Anfang Juli gesundheitsschädliche Darmkeime gefunden worden (wir berichteten). Als Ursache kommt laut Pflüger weiterhin der Austausch eines Wasserbeprobungshahns an einer Werksleitung in Betracht. Der Eingriff hatte eine Beprobung erforderlich gemacht.

Hintergrund

Dass gesundheitsschädliche Keime ins Trinkwassernetz einer Kommune gelangen, komme selten vor, sagt Heike Pflüger vom Gesundheitsamt der Region Kassel. Die Trinkwasserversorgung gebe Untersuchungsintervalle vor. Je mehr Wasser in einem Werk abgegeben wird, desto häufiger müsse beprobt werden. Mindestens allerdings viermal im Jahr sowie bei Eingriffen ins Wassernetz, so Pflüger. Zusätzliche Hygienekontrollen regle jedes Werk selbst.

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