Partikelfilter aus Wohnmobilen ausgebaut: Zweieinhalb Jahre Haft für Litauer

Ziel eines nächtlichen Raubzuges: Im Februar 2013 war eine Gruppe von Litauern auf das Gelände von Wohnwagen Becker in Ihringshausen eingedrungen und hatte Rußpartikelfilter im Wert von 30 000 Euro aus 17 Wohnmobilen ausgebaut und gestohlen. Archivfoto: nh

Fuldatal. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in einem besonders schweren Fall hat das Amtsgericht einen 21 Jahre alten Mann aus Litauen am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.

Der in der JVA Kassel in Untersuchungshaft sitzende junge Mann bleibt wegen Fluchtgefahr in Haft.

Der jungenhaft wirkende schmale Mann mit den kurzen blonden Haaren auf der Anklagebank war während der Verhandlung mehrfach in Tränen ausgebrochen. Dabei, so Staatsanwältin Pia Röde, hatte er seit seinem 16. Lebensjahr eine ganze Serie von Straftaten hingelegt, die von Diebstahl über gefährliche Körperverletzung bis zu Widerstand gegen Polizisten reichte.

Bei dem Raubzug auf dem Gelände von Wohnwagen Becker in Fuldatal-Ihringshausen im Februar 2013 will er aber nach eigenem Geständnis nur eine Nebenrolle gespielt haben. In der Nacht waren zwei oder drei seiner Komplizen über den 2,30 Meter hohen Zaun eines Nachbargrundstücks geklettert und hatten ein Loch in den Zaun geschnitten, der die Abstellfläche der Wohnmobile einfriedet.

Zum Ausbau der Partikelfilter aus den Autos zwängten sich die vermutlich sehr schlanken Täter unter den Motorraum und schraubten die Filter im Wert von rund 30.000 Euro ab.

Der Angeklagte, der die Namen seiner Freunde nicht preisgab, will nur beim Abtransport der Beute geholfen haben.

Dabei hatte er sich offenbar verletzt, denn am Zaun wurden Blutspuren gesichert, die nach einem DNA-Test eindeutig dem 21-Jährigen zugeordnet werden konnten. Er war im Vorjahr beim Grenzübertritt von Litauen nach Deutschland festgenommen worden. Zuletzt saß er in der JVA Kassel in Untersuchungshaft. Bei seiner alleinerziehenden Mutter mit zwei Geschwistern in einem Dorf in Litauen aufgewachsen, hatte er nach dem Hauptschulabschluss keine Ausbildung absolviert und sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten.

Seit seinem 16. Lebensjahr war er in Litauen, aber auch in Rostock, Dänemark und anderen Bundesländern immer wieder bei Banden-Diebstählen erwischt worden. Nachdem er in Rostock gemeinsam mit einem anderen Litauer einen Polen verprügelt und sich der Festnahme widersetzt hatte, war er zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Wie bei vielen Vorverurteilungen war auch diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt worden. Dennoch hatte sein Verteidiger auch diesmal eine zweijährige Bewährungsstrafe gefordert. Doch das Maß war voll.

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