PTA: Blindow-Schule darf jetzt ausbilden - Vorausgegangen war Streit mit Behörde

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Wichtig für die Apotheken in der Region: Viele Apotheker sind auf den Nachwuchs aus den PTA-Schulen angewiesen.

Kassel. Der Bernd-Blindow-Gruppe in Kassel ist die staatliche Anerkennung einer Schule für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) erteilt worden. Das teilte das hessenweit für den Gesundheitsbereich zuständige Regierungspräsidium (RP) Darmstadt jetzt mit.

Der Schulbetrieb findet in der Dr.-Rohrbach-Schule in Kassel statt. Sie gehört zum Schulträger der Bernd-Blindow-Gruppe. Künftig können an der Wilhelmshöher Allee 343 bis zu 30 Schüler pro Jahrgang ihre PTA-Ausbildung beginnen. Eine spätere Aufstockung der Schülerzahl sei möglich, teilte ein Sprecher des RP Darmstadt mit. Der Genehmigung waren intensive Verhandlungen vorausgegangen, an denen neben dem Schulträger die Landesapothekerkammer, der Hessische Apothekerverband und die IHK Kassel beteiligt waren.

Klaus Parzefall

„Das ist eine höchst erfreuliche Entwicklung für eine aufstrebende Stadt wie Kassel und die gesamte Region“, sagte dazu Klaus Parzefall von der Kasseler Post-Apotheke. „Die PTA mit ihrer Qualifikation sind zu ganz entscheidenden Kräften in den Apotheken geworden.“ In den vergangenen Monaten hatte man gehofft, dass es in Kassel wieder eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt. Auch Ulrich Spengler, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK, hatte sich in der Vergangenheit starkgemacht: Der Bedarf an einer PTA-Ausbildung in der Region Kassel sei groß und die nächsten Schulen befänden sich erst wieder in Göttingen und Marburg.

Zuletzt war die PTA-Ausbildung an der kreiseigenen Willy-Brandt-Schule in Oberzwehren angesiedelt. Die EU und das Land Hessen hatten aber die Fördermittel gestrichen, weshalb die Ausbildung aufgegeben wurde.

Am 1. Oktober können schon die ersten Schüler ihre Ausbildung an der privaten Rohrbach-Schule beginnen. Bis dahin sind die Sanierungsarbeiten der Unterrichts- und Laborräume abgeschlossen. Die bundesweit aktive Blindow-Gruppe hatte für diese Arbeiten 1,5 Millionen Euro investiert. Auf die Schüler kommt ein Schulgeld von etwa 375 Euro monatlich zu. Bislang mussten sie 196 Euro zahlen, der Rest wurde durch Zuschüsse finanziert. „Wir sollten uns Gedanken über Ausbildungsbeihilfen machen“, sagt Parzefall gegenüber der HNA.

Noch vor wenigen Wochen drohte das gesamte Projekt zu scheitern. Das RP Darmstadt hielt die Genehmigung zur PTA-Ausbildung in der privatem Blindow-Schule lange zurück. Dort sah man die pädagogische Qualifikation des Lehrpersonals nicht erfüllt.

„Das sind Leute, die teilweise schon über Jahrzehnte in der Willy-Brandt-Schule gelehrt haben“, kritisierte Chef Andreas Blindow damals. „Die müssen jetzt plötzlich 400 Stunden pädagogische Qualifizierung absolvieren.“

Blindow verfügte aufgrund der ausstehenden Genehmigung durch die Behörde und der damit verbundenen Ungewissheit sogar einen vorübergehenden Baustopp für die Erweiterung der eigenen Gebäude in Kassel.

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