Mit Radtourismus punkten: Neue Schilder für gesamte Region

Setzt sich für mehr Radverkehr ein: Rudi Roy, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Kassel, treibt die Beschilderung der Radwege im Kreis an. Fotos:  Renner

Kreis Kassel. Der Radverkehr ist der am stärksten wachsende Verkehrsbereich in Deutschland, sagt Rudi Roy, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Kassel.

Auch in Nordhessen steige das Interesse am Radfahren und das nicht nur aus touristischen Gründen.

Sein nächstes Ziel: In ein bis zwei Jahren soll die gesamte Region mit entsprechenden Schildern ausgestattet sein. Auch Premium-Radwege - sogenannte Radautobahnen - sind wieder in der Diskussion.

Am Montag sprach Rudi Roy beim fünften Radforum Nordhessen über das Thema, das er derzeit vor allem voranbringen möchte: die Beschilderung. In Stadt und Altkreis Kassel ist sie bereits abgeschlossen. In den Altkreisen Wolfhagen und Hofgeismar läuft die Umstellung auf die genormten grün-weißen Schilder derzeit. So manche Kommune ziere sich zu investieren, sagt Roy, zum Teil auch aus Geldmangel. „Aber die alten Schilder reichen nicht.“ Gut 250.000 Euro kostet die neue Beschilderung beispielsweise im gesamten Altkreis Wolfhagen.

Sind die Schilder erst einmal angebracht, gebe es großes Potenzial: „Mit dem Radtourismus können wir punkten.“ Das sieht auch Ute Schulte so. Die Leiterin des Bereichs Tourismus beim Regionalmanagement Nordhessen möchte die Radtouristen möglichst lange in der Region halten. Umso mehr Radwege gut ausgebaut sind, umso länger bleiben die Gäste, so die Hoffnung.

Ein Gewinn, so glaubt sie, könnte auch der geplante Radweg Deutsche Einheit sein, der zum Teil auch durch Nordhessen führen wird. Auch der Welterbe-Radweg könnte zusätzliche Radtouristen locken. An der Strecke zwischen dem Nationalpark Kellerwald - Edersee über Kassel bis zur Wartburg und zum Nationalpark Hainich in Thüringen bestehe großes Interesse, sagt sie. „Bislang ist es aber an den Finanzen gescheitert.“ Erste Planungen zur Verknüpfung bereits bestehender Trassen gebe es aber schon. „Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr weitergeht“, sagt Ute Schule.

Die mehreren Tausend Kilometer Radwege, die sich durch den Landkreis ziehen, „sind in recht gutem Zustand“, sagt Rudi Roy. Der Fuldaradweg habe gar vier von fünf Sternen vom Fahrradverband ADFC bekommen. Auch beim Diemelradweg seien drei Sterne sicher, vier wolle man aber bei der Zertifizierung im kommenden Jahr erreichen. „Radtouristen orientieren sich an den Sternen“, sagt Roy.

Damit nicht nur Gäste der Region viel Fahrrad fahren, sondern auch die Einwohner, sind die Premium-Radwege wieder im Gespräch. Eine solche Strecke zwischen Baunatal und Kassel sei in der Diskussion, aber noch nicht in trockenen Tüchern, sagt Roy. Mittel- und langfristig seien auch Premium-Radwege von Kassel nach Vellmar und Kaufungen möglich. Die Regionalmanagement Nordhessen GmbH bereitet ein Radwegekataster vor. Im Frühjahr 2016 soll damit begonnen werden, sagt Tourismus-Leiterin Ute Schulte.

In dem Kataster sollen alle Radwege der Region mit folgenden Daten erfasst werden: Oberflächenbeschaffenheit, Strecke, Standorte der Hinweisschilder und Ähnliches. Mitte 2017, so schätzt Schulte, könnte das Kataster fertig sein.

Dann soll es auch eine Telefon-Hotline für Radfahrer geben. Dort kann man Hinweise geben, wenn beispielsweise Beschilderungen fehlen, oder auch Informationen bekommen.

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