Raiffeisenbank Baunatal bleibt eigenständig

Bleibt weiterhin eigenständig: Die Raiffeisenbank Baunatal. Das Unternehmen betreibt insgesamt 16 Filialen mit 125 Mitarbeitern. Foto: Kühling

Baunatal/Schauenburg. Die Raiffeisenbank Baunatal (RBB) bleibt als eigenständige regionale Bank in Baunatal und Schauenburg sowie im östlichen Landkreis erhalten. Das gab der Vorstand des Geldinstitutes am Freitag bekannt.

„Es gibt keine Notwendigkeit, eine Fusion zu beschleunigen“, sagte Vorstandvorsitzender Michael Hohmann.

Während gerade in der Nachbarschaft wegen des enormen Drucks aufgrund der Niedrigszinsphase die Raiffeisenbanken Wolfhagen und Calden zur VR Bank Hessen Nord fusionieren, will die RBB unabhängig im Markt bleiben. Die Nachbarbanken erhoffen sich durch den Zusammenschluss Einsparmöglichkeiten sowohl beim Sachaufwand als auch beim Personal.

„Die Luft wird dünner, wenn sich die Zinspolitik nicht ändert“, gab Hohmann ebenfalls zu bedenken. Sprich: Die Bank nimmt immer weniger Geld aus Kreditzinsen ein. Bei Mitbewerbern habe man schon Kreditangebote mit einem Zinssatz von unter einem Prozent gesehen, berichtete Hohmann.

Die Zahlen des Jahres 2015, die der Vorstand nach der Genehmigung durch den Aufsichtsrat vorstellte, zeigen, dass es der Baunataler Raiffeisenbank insgesamt gut geht. Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,65 Prozent auf 598,8 Millionen Euro. Beim Bilanzgewinn legte das Unternehmen um 100 000 Euro auf 1,3 Millionen zu. Die Mitglieder können mit einer Dividende von 4,5 Prozent rechnen. Diese Niveau, so Hohmann, werde man aber in den nächsten Jahren vermutlich nicht halten können.

Ruhig schlafen könne man dennoch wegen des großen Eigenkapitales, das die Bank in den vergangenen zehn Jahren erwirtschaftet habe, sagte Hohmann. Den Wert der Reserve gibt der Vorstand mit 85 Millionen Euro an. Das reiche, um einige schlechtere Jahre zu überbrücken.

Die Bank muss sich - wie viele Mittelständische Unternehmen - großen Herausforderungen stellen. Zum einen will sie die Kunden aus dem ländlichen Raum „über meherer Generationen hinweg“ halten, zum anderen wartet ein dicker Brocken mit der Digitalisierung. Bargeldlose und kontaktlose Zahlungsmodelle sind Stichworte. Für den klassioschen Bankkunden sollen jedenfalls die 16 Filialen der RBB mit insgesamt 125 Mitarbeiten erhalten bleiben, sagte Vorstandskollege Friedhelm Mette. „Wir wollen stationär präsent bleiben in der Fläche“, ergänzte Hohmann. Bei der Entwicklung digitaler Banksysteme helfe der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken etwa mit der Entwicklung einer App.

Auch völlig neue Geschäftsfelder will die Raiffeisenbank Baunatal eröffnen. Unterwegs ist das Unternehmen beispielsweise schon bei der Erschließung und Vermarktung von Baugrundstücken Am Ried in Großenritte sowie beim Verkauf von Energie in Kooperation mit dem Versorger EAM.

Von Sven Kühling

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