Regionale Windbranche protestierte in Helsa gegen geplante EEG-Gesetzesreform

Protest im Windpark Stiftswald: Windbranche protestierte gegen die geplante EEG-Reform. Foto: Geier

Helsa/Kassel. 40 Männer und Frauen stehen mit Bannern vor den Einzelteilen von Windrädern im Stiftswald.

Bundesweit protestierten Vertreter von Branchenverbände, Arbeitnehmer und Unternehmer der Windbranche gegen die von der Bundesregierung geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

? Wogegen protestiert die Windbranche?

!Die Bundesregierung hat vor zwei Wochen die Weichen für eine Reform des EEG gestellt. Dadurch drohe ein weitgehendes Aus der bürgernahen und dezentralen Energiewende. Auch regionale Unternehmen wären in Gefahr, denn große Konzerne würden dann bevorzugt. Besonders ärgerlich für Helga Weber, Vorstand der Bürger-Energie Kassel, ist, dass an den Offshore-Anlagen der Konzerne im Meer nicht gerüttelt werde.

? Was wird beim EEG reformiert?

!Der jährliche Ausbau der Windenergie an Land soll gedrosselt werden. Die Bundesregierung will 2017 den garantierten Abnahmepreis für Strom aus Windenergie um 7,5 Prozent kürzen. Außerdem soll bei Ausschreibungen der Anbieter den Zuschlag erhalten, der die geringste Förderung beansprucht. Mit der Reform will die Bundesregierung vor allem Kosten einspart. „Es geht nicht mehr darum, die Energiewende zu gestalten. Stattdessen läuft die Reform darauf hinaus, die Energiewende zu einem Projekt der Stromkonzerne zu machen“, erklärt Lars Rotzsche, Geschäftsführer des Windparks Stiftswald.

? Beeinflusst das die Windparks im Kreis Kassel?

!„Windparkprojekte, die bereits geplant sind und für die bereits Baugenehmigungen vorliegen und teilweise schon die Windräder bestellt sind, könnten auf einen Schlag unwirtschaftlich werden“, erklärt Holger Groß, Niederlassungsleiter der Firma wpd, Entwickler von Windanlagen.

Von dieser politischen Entwicklung ist der Windpark Stiftswald nicht mehr betroffen. „Voraussichtlich bis Ende 2017 werden alle Anlagen stehen“, berichtet Rotzsche. Vielmehr sei davon der von den Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) geplante Anlage im Nordosten von Helsa, in der Gemarkung Kreuzstein im Kaufunger Wald, betroffen. Außerdem sei die Planung des Windparks bei Hofgeismar gefährdet sowie die Erweiterung des Windparks Mengeringhausen.

? Welche Auswirkung hat dies für die Branche?

!Die Windbranche fürchtet Jobverluste. „Die zukunftsfähige Windenergiebranche wird durch die Reform aufs Spiel gesetzt“, meint Groß. Für die deutsche Windbranche arbeiten 130 000 Menschen. Auch regionale Firmen wie Schneider Electric in Kassel würden getroffen. Sie fertigen Komponenten für den Netzanschluss an.

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