Besserung versprochen: Regiotram-Chaos scheint jetzt überstanden

Auf gutem Weg: Die Situation rund um die Regiotram hat sich in den vergangenen Monaten entspannt. Archivfoto:  Thiele

Kreis Kassel. Verspätungen, hoher Krankenstand, viele Zugausfälle: In der Vergangenheit sorgte die Regiotram für verärgerte Fahrgäste. Die Regiotramgesellschaft (RTG) versprach Besserung bis zum Fahrplanwechsel im Dezember.

Dass sich die Situation „grundsätzlich entspannt" hat, bestätigt nun Sabine Herms, Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV), auf HNA-Anfrage.

In den vergangenen Monaten habe es keine personalbedingten Ausfälle mehr gegeben, sagt RTG-Standortleiter Thomas Wolf. Im Januar startete ein Lehrgang für angehende Triebfahrzeugführer, der zehn Monate dauerte. 14 Teilnehmer haben bestanden. Insgesamt sind es nun 65 Triebfahrzeugführer, die für die RTG arbeiten. Hinzu kommen 15 Leihlokführer, von denen elf dauerhaft von der Hessischen Landesbahn (HLB) ausgeliehen sind. Im August, sagt Wolf, hat ein weiterer Lehrgang begonnen. Sechs Teilnehmer gibt es, die im Mai fertig sind - sofern alle bestehen.

„Für 2016 sind keine Lehrgänge geplant“, sagt Wolf. „Der aktuelle Stamm reicht aus, um die Verkehrsleistung zu erbringen.“ Auch Überstunden könnten so weiter abgebaut werden. Damit sei bereits begonnen worden. Wie viele Überstunden es aktuell noch gibt, kann Thomas Wolf nicht sagen. Aus seiner Sicht ist das Versprechen erfüllt worden, dass sich die Situation rund um die Regiotram entspannt, so Wolf. Allerdings wolle man sich nun nicht zurücklehnen, sondern dranbleiben.

Abgenommen hat die Zahl der Kundenbeschwerden. Im November 2014 waren es noch 4440, im November 2015 wurden 2747 gezählt.

Auch der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) sieht eine Verbesserung im Regiotram-Verkehr. „Die Pünktlichkeit der RT3 Kassel - Hofgeismar lag mit Ausnahme des Monats Juli zum Teil spürbar über dem normalen Bereich“, sagt Sprecherin Sabine Herms. Die Zahl der Zugausfälle insgesamt bewege sich im für Nordhessen üblichen Wert von weniger als 0,5 Prozent bezogen auf das gesamte Fahrplanangebot. Das seien etwa ein bis zwei Fahrten im Monat.

Gründe für die verbleibenden Zugausfälle sind, so Herms, die Witterung, Infrastruktur-Störungen, Störungen durch den Güterverkehr, Fahrzeugstörungen oder auch Personen im Gleis. Allerdings: Auf den Strecken der RT4 (Kassel - Wolfhagen) und RT5 (Kassel - Melsungen) ist die Pünktlichkeit „immer noch nicht befriedigend“. Dies sei jetzt Gegenstand einer „Verspätungsursachenanalyse“. Die Ergebnisse sollen Ende Januar vorliegen. „Aus der Untersuchung sollen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit abgeleitet werden“, sagt Herms.

Verbesserungspotenzial gebe es in der Zusammenarbeit der jeweiligen Leitstellen RTG, KVG, DB Netz und Kurhessenbahn. „Es sollen weitere Vereinbarungen getroffen werden, um bei bestimmten Störfällen die negativen Auswirkungen zu begrenzen.“ Eine Regressforderung über 900.000 Euro gegen die RTG hatte der NVV angekündigt. Dazu äußert sich Herms nicht eindeutig: „Abrechnungen werden zurzeit geprüft.“ Ergebnisse würden Anfang 2016 erwartet.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.