Mehrere Abschnitte betroffen

Reisezeit ist bei uns Stauzeit - ADAC warnt vor Baustellen rund um Kassel

Dicht an dicht: Der achtspurige Ausbau der Autobahn 7 zwischen dem Südkreuz Kassel und Kassel-Nord sorgt immer wieder für Probleme. Ganz besonders zur Hauptreisezeit könnte es hier in Höhe der Gemeinde Lohfelden zu Unfällen und Staus kommen. Foto: Ketteritzsch

Kreis Kassel. Achtspuriger Ausbau der A 7 bei Kassel und Lohfelden. Auftragen einer neuen Fahrbahn zwischen Guxhagen und dem Südkreuz Kassel. Brückenarbeiten auf den Autobahnen 44 und 49 in Höhe Baunatal.

Gleich mehrere aktuelle Engpässe in unserer Region bedeuten: Reisezeit ist bei uns auch Stauzeit. Der ADAC warnt in seiner jüngsten Ausgabe der „Motorwelt“ vor den Baustellen in unserer Region. „Insgesamt gibt es 2016 rund 20 Prozent mehr Baustellen als im Vorjahr - sie werden sich auf gut 900 Kilometer Gesamtlänge summieren“, schreibt der ADAC. Der Verkehrsclub sagt voraus: „Es wird Staus geben wie niemals zuvor.“ Auf der Staukarte 2016 des Automobilclubs ist die A 7 im Raum Kassel rot markiert.

Das bedeutet: Die ohnehin stark belastete Nord-Süd-Verbindung wird von den Experten für diesen Sommer als „besonders staugefährdet“ eingestuft. Schon jetzt, vor Ferienbeginn, brauchen die Autofahrer zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost starke Nerven. Vor allem am frühen Abend und vor den Wochenenden wird die A 7 in der Lärmschutzbaustelle bei Lohfelden zur Staufalle.

Zwar gibt es dort weiterhin drei Fahrspuren in jeder Richtung, doch kommt der Verkehr insbesondere auf der rechten, fast ausschließlich von Lastwagen benutzten Spur regelmäßig zum Erliegen. Und weil es keine Standspur gibt, reicht ein liegen gebliebenes Fahrzeug aus, um ein Verkehrschaos auszulösen. In den nächsten Wochen wird sich die Situation auf der A 7 in jedem Fall weiter verschärfen. In Richtung Norden kann es dann bereits hinter der Anschlussstelle Guxhagen eng werden.

Engpass A 7 (1)

Erst Lärmschutz, jetzt Ausbau auf acht Spuren 

Sie gilt als die Dauerbaustelle in der Region schlechthin: Schon seit knapp fünf Jahren wird zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte gebaut. Zunächst wurden bis zu zwölf Meter hohe Lärmschutzwände auf der Lohfeldener und der Kasseler Seite der A 7 errichtet, nun steht der Ausbau von sechs auf acht Fahrstreifen an. Begonnen wird mit der Südfahrbahn. Notwendig wird die Erweiterung, weil nach dem Willen der Planer die A 7 künftig auch den Verkehr der A 44 zwischen dem Dreieck Kassel-Süd und Kassel-Ost aufnehmen soll - gut 100 000 Fahrzeuge täglich. Die letzte, bereits vier Jahre alte Schätzung geht von mehr als 90 Millionen Euro Kosten aus. Bei dem Ausbau, der noch mindestens fünf Jahre dauert, wird die Autobahn nicht verbreitert. Die beiden zusätzlichen Fahrspuren werden gewonnen, indem der Streifen in der Mitte und die vorhandenen Spuren schmaler ausfallen.

Engpass A 7 (2)

Nordfahrbahn wird von Grund auf saniert 

Mindestens bis November dieses Jahres wird die Nordfahrbahn der A 7 bei Fuldabrück auf Vordermann gebracht. Mit 5,8 Millionen Euro zählt die Sanierung der Steigungsstrecke zu den teuersten Straßenbauprojekten der Region im laufenden Jahr.

Erneuert wird die einem Flickenteppich gleichende und von Spurrinnen durchzogene Fahrbahn zwischen der Brücke bei Dörnhagen und dem Dreieck Kassel-Süd. Die Südfahrbahn bis Guxhagen war bereits vor einigen Jahren von Grund auf saniert worden.

Neuralgischer Punkt innerhalb der Baustelle - die Arbeiten beginnen in der kommenden Woche - könnte die Verbindung zur A 44 in Richtung Bergshäuser Brücke und Westkreuz Kassel werden. An dem Übergang zwischen den beiden Autobahnen soll es nach Auskunft von Hessen Mobil lediglich eine Fahrspur geben.

Engpass A 49

Baustelle direkt am Westkreuz 

Nicht offiziell vom ADAC als Engpass mit Staupotenzial eingestuft, aber durchaus eine knifflige Ecke: Die Brückenbaustellen auf der A 49 bei Baunatal-Nord. Hier treffen einige Besonderheiten aufeinander. Zum einen ist wenig Platz für die Fahrstreifen, weil für vier Spuren nur jeweils die Hälften von zwei Brücken zur Verfügung stehen. Zum anderen trifft der Baustellenausgang in Richtung Kassel direkt auf die Einfädel- und Verzögerungsspuren des Kreuzes Kassel-West. Teilweise wird die Rampe am Westkreuz in Richtung Kassel deshalb sogar gesperrt.

Auch der Verkehr zum VW-Werk mit 17 000 Beschäftigten rollt durch die Baustelle und die anschließende Ausfahrt bei Rengershausen.

Die Engstelle wird den Autofahrern noch bis Ende 2017 erhalten bleiben. Wenn der eine Teil der Brücken neu aufgebaut ist, werden die Bauwerke auf der Gegenseite abgerissen.

Engpass A 44

Brücken werden jetzt erneuert

Schon Ende des vergangenen Jahres war die A 44 zwischen Kreuz Kassel-West und Bad Wilhelmshöhe ein Nadelöhr. Die Einrichtung von zwei Brückenbaustellen sorgte für einen Engpass, zumal teilweise nur eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung stand. Es kam zu kilometerlangen Staus zurück zur A 7 und zurück bis zur Anschlussstelle Zierenberg. Jetzt laufen die eigentlichen Brückenarbeiten im Bereich der Altenbaunaer Straße sowie der Naumburger Kleinbahn. Deshalb warnt der ADAC wieder vor der Engstelle unterhalb des Baunsberges.

Die Strecke ist stark frequentiert, sie führt von der A 7 weiter über das Kreuz Kassel-West in Richtung Dortmund. Natürlich wird der Autobahnabschnitt auch von vielen Autofahrern aus Kassel und Umgebung genutzt. Von den westlichen Stadtteilen aus dient die A 44 beispielsweise als Zufahrt zum VW-Werk in Baunatal.

Hintergrund: Daten aus 300.000 Autos

Der ADAC nennt jeweils die Freitage als besonders staugefährdet. Die Top-Stautage in Deutschland seien in diesem Jahr vom 15. bis 17. Juli, vom 22. bis 24. Juli, vom 29. bis 31. Juli und vom 5. bis 7. August.

Die Sommerferien in Hessen dauern vom 16. Juli bis 28. August (Wochenenden am Anfang und Ende eingerechnet).

Für die Stauvorhersage arbeiten die Experten mittlerweile mit Daten aus 300.000 Autos. „Dienstwagen- und Lkw-Flotten, Kuriere, Privatautos mit aktivem Stauscanner und ADAC-Pannenfahrzeuge übermitteln ihren Aufenthaltsort - streng anonymisiert - im Sekundentakt an den Club“, heißt es. Somit könne der ADAC den „Stau von morgen heute schon voraussagen“.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.