Anwohner verärgert

Schandflecke in Dörnhagen: Bürgermeister ist machtlos

Hässlicher Anblick im Ortskern: Die Ruine des ausgebrannten Backhauses Ranft an der Melsunger Straße in Dörnhagen sorgt seit Jahren für Ärger in der Gemeinde und für Missmut bei den Anwohnern. Foto: Geier

Fuldabrück. Im Ortskern von Dörnhagen klaffen einige Ruinengrundstücke, die für die Bewohner ein Ärgernis darstellen.

Fassungslos blickt Inge Gerhardt auf das verwilderte Grundstück der ehemaligen Bäckerei Ranft in Dörnhagen. „2010 ist es abgebrannt, dann wurde drei Jahre später ein Teil mit Getöse abgerissen, und jetzt steht es leer“, beschwert sich die 74-Jährige. Auf ihren Wegen kommt sie jede Woche mehrmals an der Ruine vorbei.

„Erst sollte hier ein Café entstehen, dann ein Wohnhaus - aber nichts tut sich“, beschwert sich die Rentnerin. Auch Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) ist ratlos. „Vor Jahren wurde mit dem Eigentümer vereinbart, dass auf dem ruinösen Gelände der Bäckerei Ranft ein Wohnhaus entstehen sollte“, sagte Lengemann auf Anfrage der HNA. Dem Eigentümer hätte die Gemeinde beratend zur Seite gestanden, aber vor einem halben Jahr brach der Kontakt ab. „Es ist eine schwierige Lage, die mir unter den Nägeln brennt. Leider bin ich machtlos“, sagt der Bürgermeister.

Enttäuscht setzt Inge Gerhardt ihren Weg fort. Sie ist traurig, dass das Projekt nicht verwirklicht wird - so geht es vielen Anwohnern. „Aus dem zentralen Grundstück an der Melsunger Straße könnte man so viel machen“, sagt ein Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er wohnt nahe dem durch die Dorferneuerung neu geschaffenen Dorfplatz. Der Kontrast zwischen Neuem und der Ruine sei vor allem an dieser Stelle deutlich sichtbar.

Wiederrecht’scher Hof 

Leider ist dieses Grundstück in Dörnhagen nicht das einzige, was einfach dahinvegetiert. Auch beim ehemaligen Wiederrecht’schen Hof konnte der Besitzer bislang nichts realisieren. Johann Kapler trat 2006 mit seinen Plänen für 48 barrierefreie Wohnungen auf dem 4400 Quadratmeter großen Grundstück an die Öffentlichkeit. Gegenüber der HNA sagte eine Mitarbeiterin, dass Kapler an seinen Plänen für den Bau des Projekts Betreutes Wohnen auf dem Gelände festhalten würde. Momentan würden diese nur ruhen.

Lengemann versucht weiterhin, die beiden Besitzer der Grundstücke zu kontaktieren, aber seine Möglichkeiten sind begrenzt. „Wenn Gefahr durch Gebäude bestehen würde, könnte ich die Bauaufsichtsbehörde einschalten, aber so sind mir die Hände gebunden“, berichtet der Bürgermeister.

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