Diskussion um Krippenplätze in Elgershausen

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Besorgte Mütter und Kinder: Josephine Bartel, Birgit Seyfarth-Erben, Silas Stückrath, Christiane Stückrath, Lilith Stückrath und Nina Loskant. Im Vordergrund Lian Bartel.

Schauenburg. In Schauenburg müssen Krippenplätze geschaffen werden. Darüber sind sich Eltern und Gemeinde einig. Uneinigkeit herrscht allerdings bei der Frage, wie das passieren soll.

Nach dem Protest einiger Eltern zum ersten Vorschlag soll es laut Bürgermeisterin Ursula Gimmler am 1. Juni ein Treffen des Arbeitskreises Kindergarten geben, der die Gemeinde bei solchen Fragen berät.

Der Vorschlag

Der Vorschlag, den Gimmler bei einem Elternabend Mitte März vorstellte und der per Elternbrief verbreitet wurde, stößt auf Widerstand. Die Idee: In der Kita Hirzsteinzwerge wird eine Krippengruppe eingerichtet für Kinder vom 10. Lebensmonat bis zum 2. Lebensjahr. Außerdem gibt es drei Gruppen für Kinder von zwei bis vier. Mit Vollendung des 4. Lebensjahres wechseln die Kinder in die Kita Kleiner Bär. Im Kleinen Bär wird die momentan geschlossene vierte Gruppe wiedereröffnet.

Das Problem

Das ist keine ideale Lösung, findet Josephine Bartel. Ihr Sohn Lian ist vier Jahre alt und wäre somit von diesem Vorschlag betroffen. „Die übliche, und pädagogisch sinnvolle, Krippenstruktur, bei der der Wechsel nach drei Jahren erfolgt, wird nicht eingehalten.“ Für die Kinder bedeute ein Wechsel auch immer den Verlust der Bezugspersonen und eine neue Eingewöhnung. Außerdem zerbrechen bereits geknüpfte Freundschaften. Mit drei hätten sich diese noch nicht gebildet. Außerdem würden bei dem Wechsel nach dem vierten Lebensjahr viele Geschwister getrennt. Dann müssen die Eltern etwa beim Abholen zwei Einrichtungen ansteuern.

Der Idealfall

„Im Idealfall sollen die Kinder in einer Einrichtung bleiben“, sagt Bartel. „Oder sie wechseln mit drei Jahren“, ergänzt Mutter Christiane Stückrath. „Zumindest sollte man drüber reden, und das fundiert“, ergänzt sie.

Der Zeitplan

Der Vorschlag kam für die Eltern überraschend, sagt Elternbeiratsvorsitzende Nina Loskant. Es sei nicht so, dass man die Idee der Bürgermeisterin grundsätzlich ablehne. Vielmehr gehe es darum, zu diskutieren und Alternativen zu entwickeln. „Dafür fehlen uns aber die Grundlagen und die Zahlen“, sagt Loskant. Die Änderungen sollen schon im kommenden Schuljahr greifen. Das sei auf dem Elternabend sei verkündet worden, sagt Loskant. „Wir haben das Gefühl, da soll etwas im Hauruckverfahren entschieden werden.“

Die Bürgermeisterin

So schnell geht es jetzt aber doch nicht. „In diesem Sommer wird nichts mehr passieren“, sagt Bürgermeisterin Ursula Gimmler. Die Änderungen, wie auch immer sie dann aussehen, würden erst im Winter oder zum Sommer 2017 greifen. Früher schaffe man das politisch nicht. Gimmler will, dass die Eltern mitreden. Sie habe sich über die Vorschläge gefreut, die sie nach dem Elternabend bereits erreicht hätten. Um diese zu diskutieren, soll es am 1. Juni eine Sitzung des Arbeitskreises Kindergarten geben. Bis dahin soll auch eine Bedarfsanalyse vorliegen.

Bisher habe die Betreuung der Kleinkinder über Tagesmütter und Familie gut funktioniert, sagt Gimmler. Sie könne schließlich keine Krippenplätze auf Verdacht vorhalten und dafür Kita-Plätze streichen. Daher komme erst jetzt Bewegung in die Sache.

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