Eigenheime in Elgershausen sind begehrt

Blick ins Weite: Kornelia Hellmuth fühlt sich auf dem Balkon ihres neuen Hauses wohl. Der Acker im Hintergrund rechts wird bald zur Baustelle für die zweite Etappe des Baugebiets. Foto: Dilling

Schauenburg. Wer in Elgershausen ein Haus bauen will, der braucht Glück: Für 44 Grundstücke im Baugebiet Fiedelhof Süd II gibt es derzeit 349 Bewerber.

Die Finanzsituation der Gemeinde Schauenburg ist nach wie vor schwach. Dafür brummt das Geschäft mit Baugrundstücken in Elgershausen: Im Herbst dieses Jahres, so schätzt Bürgermeisterin Ursula Gimmler, könnten die ersten Häuser im Baugebiet Fiedelhof Süd II hochgezogen werden. Doch wer dort zum Zuge kommen will, braucht eine Menge Glück. Denn für die 44 Grundstücke gebe es schon 349 Bewerber, sagt Gimmler.

Nicht nur die Nähe Elgershausens zur Autobahn, zur Stadt Kassel, zum Supermarkt und den Kindergärten hat den Run auf die Bauplätze ausgelöst. „Die Niedrigzinsphase ist der Antreiber“, sagt die Bürgermeisterin. Davon profitiert auch der abseits gelegene Ortsteil Martinhagen: Dort seien von zehn Grundstücken drei schon weg. Für die restlichen sieben gebe es 20 Interessenten, berichtet Gimmler. In Martinhagen kommt man mit 80 Euro pro Quadratmeter sehr günstig an einen Bauplatz. In Elgershausen muss man wegen der großen Nachfrage tiefer in die Tasche greifen. Der Preis im Gebiet Fiedelhof II dürfte zwischen 120 und 130 Euro liegen, schätzt die Verwaltungschefin. Endgültig werde der Preis Ende April oder Anfang Mai von der Gemeindevertretung festgesetzt. Für die Erschließung werden separat 3000 Euro fällig.

Im inzwischen vollständig bebauten Areal Fiedelhof Süd I waren Bauplätze noch für unter 110 Euro zu haben. Dort seien die 31 Grundstücke innerhalb von eineinhalb Jahren weggegangen, berichtet Gimmler. Neben 36 zugezogenen Ehepaaren und Familien hätten auch einige Elgershäuser, die bisher im Ortskern wohnten, im Neubaugebiet zugegriffen. Sorgen um eine Verödung der Dorfmitte macht sich die Verwaltungschefin dennoch nicht. „Über Leerstand haben wir nicht zu klagen. Sie können hier keine Häuser mehr kriegen“, sagt Gimmler. Der Zuzug von Neubürgern mache sich auch im Kindergarten bemerkbar. Es gebe eine Warteliste für Krippenplätze. Eine Gruppe für die Jüngsten solle demnächst eröffnet werden. Nächstes Jahr werde an der Großenritter Straße ein Spielplatz gebaut.

Ab Mai werde die Deutsche Telekom Glasfaserleitungen im Baugebiet verlegen, berichtet Gimmler weiter. „Wir werden das schnellste Internet haben, das es gibt“, erklärt sie. Das dürfte auch für Gewerbetreibende interessant sein, die sich in den nächsten Jahren zwischen Altenritter und Großenritter Straße in dem noch geplanten Mischgebiet im Fiedelhof niederlassen können.

Die finanziellen Probleme Schauenburgs wird der Bauboom nach Ansicht von Gimmler nicht lösen. „Das ist ein Stabilisierungsfaktor“, sagt sie. Sie hoffe, dass durch den Zuzug die Einwohnerzahl auf heutigem Niveau gehalten werden könne.

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