Eine der ältesten Kirchen Nordhessens

Gotteshaus von Elmshagen aufwendig saniert

Eine besondere Kirche: Das Gotteshaus von Elmshagen gehört zu den ältesten in Nordhessen. Mauerwerk und Innenraum wurden jetzt umfangreich saniert. Fotos: Schaake

Schauenburg. Das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für die über 200 Christen im 350-Einwohner-Dorf Elmshagen: Nach zweieinhalb Jahren dürfen sie ihre schöne Kirche endlich wieder nutzen.

Zum Christfest findet erstmals wieder ein Gottesdienst in der Kirche statt.

Zum letzten Mal hatten sich die Christen Ende Juni 2013 in der Kirche getroffen. In der Zwischenzeit wurden alle Gottesdienste in der Friedhofskapelle gefeiert. Mit umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde mit vereinten Kräften ein Kleinod gerettet. Die Arbeiten dauerten viel länger als erwartet.

Als ein Feind der Bausanierer und Denkmalpfleger erwies sich die Feuchtigkeit. Das rundum erneuerte Gebäude trocknet zu langsam. Am dritten Advent lag die Luftfeuchtigkeit noch immer bei rund 90 Prozent. Zu viel. „Selbst wenn ich den Gottesdienst im Taucheranzug halte - Weihnachten wird eingezogen,“ sagte Pfarrer Wolf-Benjamin Gittermann im HNA-Gespräch im Beisein von Mitgliedern des Kirchenvorstandes und des Förderkreises Nisi Domus. Und angesichts der Feuchte weiß der Pfarrer auch, was zum Fest gesungen wird: „Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält.“

Im Gotteshaus werden die Bautrockner weiter laufen. Als Pfarrer Gittermann am 1. September 2014 sein neues Amt antrat, hat man ihm - wie er erzählt - gesagt: „Sie können Weihnachten einziehen.“ Gemeint war Weihnachten 2014. Im Sommer 2013 hatte der im Vorjahr vollendete erste Bauabschnitt begonnen. Dachstuhl, Dach, Außenmauern und Fundamente wurden von Grund auf saniert. Ohne die aufwendigen Arbeiten wäre das Gotteshaus eines Tages eingefallen, sind sich Kirchenvorstand und Förderkreis sicher.

Innen musste der alte Putz abgeschlagen und erneuert werden, weil die Mauern nicht mehr richtig atmeten. Der neue Lehm-Kalkputz aber trocknete langsamer als erwartet. Hinzu kam, dass der außen verwendete Kalkmörtel auch im Innern für zusätzliche Feuchtigkeit sorgt. Dennoch ist man sehr zufrieden. Das alte Denkmal, ein Juwel, erstrahlt in neuem Glanz. Kirchenvorstand und Förderkreis freuen sich über den hellen, cremefarbenen Ton im Innern: „Wir wollten unsere Kirche hell und freundlich haben.“

Der Förderkreis

„Wir sind sehr dankbar, dass unsere Kirche überhaupt wieder restauriert werden konnte“, sagt Dr. Hannelore Urbanke-Siebert, die Vorsitzende des 2013 gegründeten Förderkreises. Und: „Die Alternative wäre gewesen, einen Bauzaun aufstellen und verfallen lassen.“

Tatsächlich, so erzählt, Uwe Sprafke vom Förderkreis, gab es im Dorf Stimmen, die Kirche abzureißen und neu zu bauen, als man von den hohen Sanierungskosten gehört habe.

Sprafke: „Die Kirche ist unser bestes Stück, und die über 22.000 Euro Spenden beweisen, dass sich viele Menschen für den Erhalt der Kirche einsetzen.“

Der Kirchenvorstand

Irmtraut Göbel, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, lobt die gute Zusammenarbeit zwischen Kirchenvorstand, Firmen, Landeskirche, Kirchenkreisamt und Architekt Jürgen Rudolph aus Wichdorf: „Ich bin froh, dass wir Weihnachten wieder in unserer Kirche feiern können und hoffe, dass die Elmshagener Bürger sich wieder mit ihrer Kirche verbunden fühlen.“

Kirchenvorsteherin Rosemarie Krause beschreibt die Bauphase so: „Wichtig war, dass wir alle gut zusammengehalten haben, die Gemeinschaft war vorbildlich.“

Die Pfarrer

„Ich bin dem Kirchenvorstand dankbar, dass er die Renovierung in schwieriger Zeit in die Hand genommen und gut gemeistert hat“, sagt Pfarrer Gittermann. Sein Vorgänger Stephan Weiß erkrankte während der Bauphase schwer und starb. Gittermann: „Dank Kirchenvorstand und Förderkreis ging es voran. Obwohl es keinen Kapitän an Bord gab, wurden alle schwierigen Klippen umschifft. Eine super Crew.“

Von Manfred Schaake

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.