Kreis-CDU trotzt Wahlschlappe

Frank Williges als CDU-Kreisvorsitzender wiedergewählt

Frank Williges

Schauenburg. Fast dreieinhalb Prozent hat die Kreis-CDU bei der Kommunalwahl an Stimmen verloren. Der Abstand zur SPD ist nach wie vor gewaltig.

Dennoch war beim Kreisparteitag der Union im Dorfgemeinschaftshaus von Schauenburg-Martinhagen am Samstag keine Spur von Katzenjammer zu spüren

Aktualisiert am Sonntag, 21.04 Uhr

Das hat einen Grund: Die Partei hat trotz der Wahlschlappe eine Machtoption im Blick. Noch diesen Monat werde die Union Sondierungsgespräche mit den Sozialdemokraten über eine Zusammenarbeit aufnehmen, kündigte Fraktionschef Frank Williges (Helsa) an. Er wurde von den 90 Delegierten mit der überwältigenden Mehrheit von 90,9 Prozent für weitere zwei Jahre in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt.

Das Wahlergebnis sei für die CDU „sehr enttäuschend“, räumte der 53-Jährige ein. Die Schlappe gehe aber nicht zulasten der Kreis-Union. Diese habe eigentlich im Wahlkampf alles richtig gemacht. „Aber diese Wahl ist zur Abstimmung über die Bundespolitik gemacht worden“, erklärte Williges. Die Wahl sei „zweckentfremdet“ worden und spiegele die Unzufriedenheit von Bürgern mit der Flüchtlingspolitik wider.

Die „Vielstimmigkeit“ von Bundes-CDU und vor allem der CSU in dieser Frage habe das Problem verschärft und populistischen Kräften wie der Rechtspartei AfD Vorschub geleistet. Mit der AfD komme auch im Kreistag keine Zusammenarbeit in Betracht, betonte Williges.

Der CDU-Vorsitzende räumte aber auch ein, dass die Union einige regionale Schwachstellen habe, die sich negativ auf das Kreistagswahlergebnis auswirkten. Dazu gehöre der schmerzliche Stimmeneinbruch in Hofgeismar oder Kaufungen. Karsten Schreiber, CDU-Bürgermeister in Fuldatal, war mit der Analyse nicht ganz einverstanden. Es sei möglicherweise nicht realistisch gewesen, die Vormachtstellung der SPD im Wahlkampf frontal anzugreifen. Die CDU setzt offenbar darauf, dass die SPD, der fünf Stimmen zur absoluten Mehrheit fehlen, an mehr Stabilität interessiert ist und nicht mehr mit wechselnden Mehrheiten arbeiten will. Anna-Lena Habel (Wolfhagen) wurde neu in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Sie löst Jutta Rüddenklau (Liebenau) ab, die 24 Jahre im Spitzengremium der Kreis-CDU amtierte und mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde. Neu im Vorstand ist auch Schatzmeister Harald Starke (Schauenburg). Sein Vorgänger Frank Rehbein kandidierte nicht wieder.

Erstmals in dem Führungsgremium vertreten ist zudem Alexander Lorch (Fuldatal). Schriftführer Hans-Jürgen Lange (Fuldabrück) wurde als Einziger einstimmig wiedergewählt.

Beisitzer: Ein Bewerber fiel durch

Dem geschäftsführenden Vorstand der Kreis-CDU gehören Frank Williges als Vorsitzender sowie Anna-Lena Habel, Friedhelm Becker, Alexander Lorch und Andreas Mock als seine Stellvertreter an. In den erweiterten Vorstand wählten die Delegierten elf Beisitzer. Am besten schnitt dabei der Ahnataler Bürgermeister Michael Aufenanger ab. Er erhielt 84 von 90 Stimmen. Das zweitbeste Ergebnis mit 82 Stimmen erzielte Bärbel Söder, ebenfalls aus Ahnatal. Daneben wurden Stephan Klapp, Johannes Kuhaupt, Martin Roth, Engin Caliskan, Marius Schmidt, Anna-Maria Schölch, Michael Seidel, Alexander Wendel und Jörn Bochmann gewählt. Mit Nicolas Schroller (Habichtswald) fiel nur ein Kandidat durch. (pdi)

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