Martinhagener Feuerwehr hat eines der modernsten Fahrzeuge der Region

Schauenburg. Das neue Einsatzfahrzeug der Martinhagener Feuerwehr ist ein Alleskönner. Denn neben Brandeinsätzen kann es auch für Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen eingesetzt werden.

Wenn die Feuerwehrleute aus Martinhagen in ihr neues Fahrzeug HLF 10 steigen, dann fährt beim Öffnen der Tür automatisch eine Treppe aus. Das sorgt in der Hektik eines Einsatzes immer für einen sicheren Stand. Die Treppe ist nur eine Besonderheit des neuen Autos, das zu den modernsten Feuerwehrfahrzeugen in der gesamten Region zählt.

Das sogenannte „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“ ist ein wahrer Alleskönner. Laut Gemeindebrandinspektor Carsten Borowski passt es genau in das Konzept der Schauenburger Feuerwehr. Denn neben den klassischen Brandeinsätzen sind die Martinhagener vor allem für Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen zuständig.

Jede Menge Arbeitsgerät zum Öffnen von Unfallautos ist an Bord. Mit einer Rettungsplattform lässt sich in 1,75 Metern Höhe neben einem Lkw arbeiten. Licht liefert bei Dunkelheit ein Lichtmast, der aus dem Fahrzeug auf eine Gesamthöhe von bis zu 6,50 Metern ausfahrbar ist.

Aber auch andere Hilfeleistungen sind möglich: Dazu gehört etwa das Auspumpen von Kellern, den Rettungsdienst beim Tragen und Bergen von Menschen unterstützen oder auch mal ein Tier von einem Baum retten. „Die Einsätze der Feuerwehr sind heute nicht mehr so auf Brände bezogen“, sagt Wehrführer Hans-Joachim Dierkes.

Das alte Einsatzfahrzeug der Martinhagener Wehr war 31 Jahre alt. 280.000 Euro investierte die Gemeinde deshalb in das neue Schmuckstück samt Beladung. 70.000 Euro kamen vom Land Hessen. Geräte aus dem alten Auto, die noch gut in Schuss waren, wurden für das neue verwendet.

Bläst sich von selbst auf: Das Gully-Ei. Damit lässt sich etwa ganz schnell ein Kanalschacht abdichten, wenn auf der Straße Öl ausgelaufen ist.

Borowski und Dierkes sind mit dem Interesse an der Arbeit der Brandschützer sehr zufrieden. „Man muss immer am Ball bleiben, wir halten uns stabil“, sagt der Gemeindebrandinspektor zur personellen Ausstattung der Freiwilligen Wehr. 36 Mitglieder hat die Abteilung der Aktiven, 13 Jungen und Mädchen gibt es in der Jugendwehr. Der Feuerwehrverein hat 236 Mitglieder. Auf den Dörfern sei die Identifikation mit den Brandschützer noch sehr hoch, ergänzt Carsten Neurath.

Über die gute Ausstattung freuen sich die Verantwortlichen. Sie weisen dabei aber auch auf den ehrenamtlichen Einsatz der Frauen und Männer hin. Viele Übungsstunden seien notwendig, um das Gerät bei Einsätzen auch sicher zu beherrschen.

Trotz des ernsten Hintergrundes darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Weil das neue Auto über jede Menge Wasser sowie Steckdosen mit 230 Volt verfüge, sei jedes Haushaltsgerät anschließbar, sagt Wehrführer Dierkes. „Eine Waschmaschine ginge beispielsweise auch.“

Rubriklistenbild: © Kühling

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