Zig Elektrogeräte nach Baggerarbeiten defekt

Schäden an Haushaltsgeräten in Elgershausen: Keiner will’s gewesen sein

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Verärgert: Ortsvorsteher Dirk Hofmann (von links), Edda Freitag, Bettina Radloff, Jörg Kreisel und Stefan Radloff berichten über die Bauarbeiten in der Ziegelstraße. Die Anwohner sind bisher auf den Schäden durch einen Stromschlag sitzen geblieben.

Schauenburg. Computer, Heizungspumpen, Waschmaschinen, Radiowecker und sogar ein Treppenlift - diese und noch weitere Elektrogeräte sind seit den Straßenarbeiten in der Ziegelstraße in Elgershausen defekt.

Sieben Haushalte sind nach Angaben von Ortsvorsteher Dirk Hofmann von dem Überspannungsschaden vom 2. November 2015 betroffen.

Die Anwohner der Ziegelstraße haben sich nach dem Vorfall an die drei Beteiligten gewandt. Sie schickten Schadenmeldungen zur Regulierung an die Gemeinde, an die Baufirma Pieper und die Energie Netz Mitte GmbH beziehungsweise an deren Haftpflichtversicherungen. Alle drei hätten die Forderungen abgelehnt mit dem Hinweis, dass jeweils andere für den Schaden verantwortlich seien, erläutern die Anwohner Jörg Kreisel und Stefan Radloff. Dass ein Baggerfahrer seiner Firma für den Vorfall verantwortlich ist, sei nicht so gewesen, betont Gerald Pieper-Block, Technischer Leiter der Korbacher Baufirma Pieper, auf Anfrage der HNA. Er war auch 2015 Bauleiter bei den Arbeiten an Kanal-, Wasser- und Stromleitungen in Elgershausen. Bei Anschlussarbeiten sei es zu dem Problem gekommen, sagt er. „Wir verbinden aber gar keine Kabel. Es ist kein Schaden passiert durch uns.“

Auch die Gemeinde Schauenburg sieht sich aus dem Schneider. Schließlich sei die Kommune nicht der Auftraggeber für das Verlegen der Stromleitung gewesen, erläutert Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Das sei die Energie Netz Mitte gewesen. Der Netzbetreiber setze sich inzwischen mit der Baufirma auseinander, so Gimmler weiter. „Die Verärgerung der Anwohner ist verständlich. Wir als Kommune versuchen jetzt zu vermitteln.“

Auf Nachfrage der HNA signalisiert die Energie Netz Mitte jetzt Gesprächsbereitschaft. Ihr sei selbstverständlich an einer einvernehmlichen Regelung für alle Beteiligten gelegen, so Sprecherin Sandra Hübner. „Deshalb finden aktuell Gespräche mit allen Beteiligten statt, um hier möglichst schnell zu einer guten Regelung zu kommen.“

Zum Hergang sagt Hübner: „Als Ursache für die Versorgungsstörung wurde eine beschädigte Muffe an einem Stromkabel lokalisiert. Diese Beschädigung ist im Rahmen einer Baumaßnahme durch eine von uns beauftragte Firma erfolgt.“ Die Energie Netz Mitte sei also selbst Geschädigte.

Das sagen die Versicherer

„Grundsätzlich ist es so: Wer den Schaden verursacht hat, der muss dafür haften“, sagt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Zunächst sollten sich Hauseigentümer erst mal an ihre Hausratversicherung wenden, so ihr Rat. Dort seien Überspannungsschäden meist abgesichert. Manchmal sei aber nur ein Schaden als Folge eines Blitzschlages versichert. Wenn eine eigene Versicherung nicht greife, seien natürlich die Betriebshaftpflichtversicherungen der Firmen und Kommunen Ansprechpartner.

Ortsbeirat drängt auf Information

Auch der Ortsbeirat Elgershausen hat sich auf Initiative von Ortsvorsteher Dirk Hofmann (Offensive) mit den Elektroschäden aus der Ziegelstraße befasst. In einem einstimmigen Beschluss wurde der Gemeindevorstand von Schauenburg aufgefordert, die Anwohner schriftlich über den aktuellen Sachstand zu informieren. Hofmann hatte im Vorfeld der Sitzung beklagt, dass mehrere Gesprächstermine mit Bürgermeisterin Ursula Gimmler ergebnislos geblieben waren. (sok)

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