FWG in Schauenburg: Nach 23 Jahren ist Schluss

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Scheidet ebenfalls aus: Günter Hengge ist der zweite Mann für die FWG im Gemeindeparlament. Als Ortsvorsteher für Martinhagen kann er ebenfalls nicht mehr gewählt werden.

Schauenburg. Windkraft, Gewerbeflächen und Neubaugebiete - 23 Jahre haben die Freien Wähler das politische Geschehen in der Gemeinde Schauenburg mitgestaltet. In der nächsten Wahlperiode ist die FWG zumindest im Gemeindeparlament nicht mehr vertreten.

Die FWG habe nicht genügend Leute für eine Liste zusammenbekommen, sagt Fraktionsvorsitzender Bruno Leck. „Und mit einer halben Liste wollten wir nicht antreten.“

An den Freien Wählern in Schauenburg wird das deutlich, womit insbesondere viele kleinere Parteien und Gruppierungen in den Kommunen zu kämpfen haben. Menschen, die sich intensiv mit dem politischen Geschehen befassen wollen, die in Fraktionssitzungen und Ausschüsse gehen und an Arbeitsgruppen zu Sachthemen teilnehmen wollen, gibt es immer weniger. Viele politische Kräfte bekommen Probleme, überhaupt eine Liste aufzustellen, auch mit genügend Bewerbern im Hintergrund, die während der Wahlperiode als mögliche Nachrücker bereitstehen.

Aktuelles Beispiel: Die Grünen in Schauenburg. Die mussten schon während der vergangenen fünf Jahre aus unterschiedlichen Gründen mehrfach Positionen mit Nachrückern besetzen. Eine harte Probe für die Fraktion.

Feste Größe im Parlament: Bruno Leck ist seit vielen Jahren Fraktionschef der FWG in Schauenburg. Zu vielen Themen hat er sich stets sachlich geäußert.

13 Bewerber habe man für eine Liste gewollt, erläutert Bruno Leck für die FWG. „Sieben hatten wir zum Schluss zusammen.“ Natürlich hätte die Gruppe, die aktuell zwei Sitze im Parlament hat, auch mit weniger Bewerbern als 13 auf einer Liste am 6. März bei der Kommunalwahl ins Rennen gehen können. Aber bei 37 Stimmen pro Wähler (maximal drei Stimmen pro Kandidat) verzichten die Bewerber dann schon automatisch auf einen Stimmenanteil. „Dadurch verschenkt man Stimmen“, sagt Leck. Deshalb habe sich die FWG dazu entschlossen, eine Pause zu machen und fünf Jahre bei der Parlamentsarbeit auszusetzen.

Auch Ortsvorsteher weg

Der 53-Jährige, der seit zwei Wahlperioden Fraktionschef der FWG ist, bedauert diesen Schritt ausdrücklich. Auch sein jetziger Mitstreiter Günter Hengge, der noch dazu Ortsvorsteher in Martinhagen ist, verschwindet damit nach dem 6. März aus der Kommunalpolitik. „Ich kann es nicht ändern“, sagt Leck. „Wir haben uns mächtig ins Zeug gelegt.“ Gereicht hat das am Ende aber nicht.

Ganz aus der politischen Landschaft verschwinden wollen die Freien Wähler aus Schauenburg nicht. Leck und Hengge stehen auf der Liste der FWG auf Kreisebene. „Die Freien Wähler im Kreistag unterstützen wir weiterhin“, sagt Leck. Damit wolle man sicherstellen, „dass parteiunabhängige Politik dort erfolgreich weitergeführt werden kann und positiv auf die Gemeinde zurückwirkt“.

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