Mehr Zeit für Enkel statt für Sitzungen

Schauenburgs Parlamentsvorsitzender hört nach 23 Jahren auf

So kennen ihn viele: Mit Sachlichkeit tritt Rolf-Martin Barkhof ans Rednerpult. Im Hintergrund der frühere Schauenburger Bürgermeister Willi Klein. Im Februar leitet Barkhof seine letzte Sitzung.

Schauenburg. Nach der Wahl am 6. März wird ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Schauenburger Kommunalpolitik verschwinden: Gemeindevertreter-Vorsitzender Rolf-Martin Barkhof steht nicht mehr auf der Liste der örtlichen SPD.

Seit 23 Jahren ist der Breitenbacher im höchsten politischen Amt der Gemeinde aktiv. Im Februar leitet er seine letzte Sitzung.

„Ich habe es 25 Jahre gemacht“, sagt Barkhof mit Blick auf seine Gesamtzeit im Parlament. „Ich möchte jetzt etwas anderes machen.“ Mit nun 66 Jahren wolle er sich nicht irgendwann mal fragen, ob er zu viel Zeit in Sitzungen und Termine investiert habe. Er habe inzwischen zwei Enkelkinder, für die er Zeit haben wolle.

Rolf-Martin Barkhof ist über alle Parteigrenzen akzeptiert. Seine Meinung war in den vergangenen zwei Jahrzehnten stets gefragt in Gruppen und Gremien zwischen Elmshagen und Elgershausen.

Ausschusssitzungen, Fraktionssitzungen und viele Termine an den Wochenenden - das sei in der Kommunalpolitik das übliche Programm, erläutert der Sozialdemokrat den Aufwand. „Und ohne Vorbereitung geht das alles nicht.“

Der Parlamentsvorsitzende übt aber auch Kritik. In der Gemeindevertretung stünden immer häufiger nicht die Sachfragen im Vordergrund. Bei einigen Kommunalpolitikern und auch bei mancher Bürgeranfrage gehe es ausschließlich um persönliche Interessen. „Das mag ich überhaupt nicht.“

Dennoch verabschiedet sich Rolf-Martin Barkhof nicht im Groll von seinen politischen Weggefährten. „Ich gehe nicht mit Bitterkeit“, betont er. In erster Linie sei es eine Zeitfrage. Schließlich sei er auch noch als Gerichtsschöffe, im Seniorenspielmannszug und bei den Traktorfreunden aktiv.

Übrigens: Auch Ehefrau Ursula Barkhof macht nach 20 Jahren Parlamentsarbeit für die SPD Schluss. Damit verliert zudem der Ortsteil Breitenbach nach 15 Jahren seine Ortsvorsteherin.

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