Stromtrasse Suedlink: Neue Pläne sollen bis Anfang 2017 auf dem Tisch liegen

Es geht jetzt um Erdkabel: Beim Bau der Stromtrasse Suedlink sollen derartige Leitungen Vorrang vor Freileitungen bekommen. Das Bild zeigt Erdkabel auf einem Feld bei Göttingen. Archivfoto: dpa

Schauenburg. Die geplante Stromtrasse Suedlink wird vorrangig nicht mit Überlandleitungen ausgestattet, sondern mit Erdkabeln.

Diese Vorgabe des Bundes hat die Bundesnetzagentur auch dem Planer und künftigen Betreiber der Leitung, der Firma Tennet, für alle weiteren Schritte ins Stammbuch geschrieben.

Diese Aussage zu dem Vorhaben von Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, sorgte bei vielen der rund 150 Besucher in der Schauenburghalle in Hoof für eine gewisse Beruhigung. Hatten doch einige Menschen aus dem Bauna-Tal und anderen Orten am Habichtswald Ängste, dass eine Überlandleitung ab dem Jahr 2022 direkt vor ihrer Haustür vorbeiführen wird.

Gut gefüllt: Viele Menschen interessieren sich für den geplanten Bau der Gleichstromleitung Suedlink. Rund 150 kamen in die Schauenburghalle in Hoof. Fotos: Kühling

Durch welche Kommunen und welche Naturgebiete das Erdkabel künftig verlaufen wird, das kann Homann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht sagen. Zunächst berate der Bundestag im Oktober/November über eine Gesetzesänderung, die einen Vorrang für Erdverkabelung verankert. Auf dieser Grundlage müsse Tennet die beiden Gleichstromleitungen von Wilster (bei Hamburg) nach Grafenrheinfeld (bei Schweinfurt) sowie von Brunsbüttel nach Großgartach neu planen. Er rechne mit der Vorstellung der Trassenvarianten bis spätestens Anfang 2017, so Homann.

Denkbar sei, dass sich ein Erdkabel an großen Verkehrswegen orientiere, ergänzte Dr. Matthias Miersch (SPD), Mitglied des Umweltausschusses im Bundestag, der gemeinsam mit der Niestetaler Abgeordneten Ulrike Gottschalck (SPD) zu der Info-Veranstaltung nach Schauenburg eingeladen hatte. Dass sich die Bundesregierung grundsätzlich für einen Vorrang für Erdkabel ausgesprochen habe, bezeichnete Miersch als wichtigen Etappensieg. „Es wird jetzt darum gehen, so klar wie möglich den Vorrang zu definieren.“

Fragen an die Experten auf dem Podium - darunter auch Landrat Uwe Schmidt (SPD) und SPD-Landtagsabgeordneter Timon Gremmels - schlossen sich an. Veronika Papenhagen-Stannick und Erika Carstensen-Bretheuer von Bürgerinitiativen gegen die Stromtrasse stellten den Bedarf für eine solche Stromtrasse grundsätzlich infrage.

„Es ist nicht so, dass der Strombedarf sinkt“, betonte Jochen Homann. Der Energiebedarf gehe zwar insgesamt zurück. Strom werde aber zunehmend gebraucht, etwa im Bereich Elektromobilität. Trotz einer Entspannung bei der Bevölkerung durch den Schritt Richtung Erdkabel: Alle Referenten rieten dazu, die Entwicklung im Auge zu behalten. Jochen Homann: „Man darf sich nicht die Illusion machen, dass alle Probleme gelöst sind.“ Widerstände gegen Erdkabel gebe es beispielsweise bei den Landwirten.

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