Wall bei Elgershausen an A44 droht abzurutschen

Bauphase: So ist der Wall in den vergangenen Jahren zwischen Autobahn und Wohnbebauung von Elgershausen gewachsen. Laut Gutachter muss er jetzt stabilisiert werden. Archivfoto: Kühling

Schauenburg. Der erste Abschnitt eines Lärmschutzwalles an der Autobahn 44 ist seit vier Jahren fertig. Doch jetzt könnte die Gemeinde, die den 320 Meter langen Wall in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Bauunternehmer Frank Schnittger bauen ließ, erneut damit zu tun bekommen.

Denn, so wie kürzlich an einem Wall an der A 44 bei Nordshausen geschehen, droht auch der Erdwall bei Elgershausen abzurutschen. Vorbeugend müsse dieser jetzt am Fuß verbreitert werden, sagt Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU).

Geplant worden sei der Wall von demselben Ingenieurbüro, das auch die Anlage bei Nordshausen konzipierte, erläutert Gimmler. Ein Gutachter habe inzwischen festgestellt, dass die Anlage bei Schauenburg ebenfalls brechen könnte. „Wir wollen das Risiko minimieren.“

Aufgeschüttet worden war der Wall zwischen Autobahn und Wohnbebauung von der Firma Schnittger, die Bodenaushub von ihren Baustellen auf dem von der Gemeinde angekauften Gelände unterbrachte. Dafür zahlte das Unternehmen jährlich einen Betrag an die Verwaltung. Die Gemeinde Schauenburg bekam ihrerseits auf diese Weise recht kostengünstig Lärmschutz für die Menschen in Elgershausen.

Im vergangenen Sommer entdeckten Spaziergänger Risse im A 44-Wall bei Nordshausen. Teile waren als Erdrutsch auf ein benachbartes Feld abgegangen. Schon im Herbst 2013 war von der Aufschüttung Boden abgerutscht. Im Dezember verhängte die Stadt Kassel deshalb einen Baustopp.

„Wir müssen jetzt ein Gegengewicht am Fuß aufbauen“, sagt Schauenburgs Bauamtsleiter Jochen Ickler zu den Plänen bei Elgershausen. Die Verbreiterung der Anlage solle so gestaltet werden, sagt Ickler, „dass sich diese ins Landschaftsbild einpasst. Gelände dazu sei noch vorhanden. „Wir müssen keine neuen Flächen ankaufen.“

Einen genauen Zeitplan für die Stabilisierungsarbeiten kann die Gemeinde noch nicht nennen. „Wir werden das nach und nach machen“, sagt der Bauamtsleiter. Er gehe davon aus, dass die Sache 2018 abgeschlossen sei.

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