Mit Sicherheit Spaß im Wasser: DLRG bietet Kurse an

Die richtigen Bewegungsabläufe lernen: DLRG-Trainer Frank Fröhlich (54) unterstützt Mila (5) im Lehrschwimmbecken der Baunataler Werkstätten. Der Neoprenanzug sorgt dafür, dass er trotz vier Stunden im Wasser nicht auskühlt. Fotos: Lara Thiele

Baunatal. Jedes zehnte Kind kann mit zehn Jahren noch nicht schwimmen. Die DLRG Baunatal wirkt mit Kursen entgegen.

Die fünfjährige Mila sitzt am Beckenrand und wartet gespannt auf den Startschuss. Sobald ihr Trainer Frank Fröhlich ein Zeichen gibt, schwimmt sie mit Styroporbrett in den Händen und zwei Kunststoffkissen am Schwimmgürtel los. Zwei ganze Bahnen schafft sie im Lehrschwimmbecken der Baunataler Werkstätten mithilfe des Trainers. Mila nimmt am Nichtschwimmerkurs der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Baunatal teil, weil sie das Schwimmen für den anstehenden Sommer lernen will.

Mit fünf schwimmen lernen

Laut einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2010 kann jedes zweite zehnjährige Kind nicht schwimmen. Die DLRG möchte dieser besorgniserregenden Zahl mit ihren Kursen entgegenwirken. „Im Alter von etwa fünf Jahren sollten Kinder anfangen, schwimmen zu lernen, weil sie dann die motorischen Grundanweisungen umsetzen können“, sagt Jörg Butterweck, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei der DLRG Baunatal.

Die Nachfrage nach Kursen sei kontinuierlich hoch, berichtet er. Trotzdem achte die DLRG darauf, dass ein Kurs immer nur mit acht bis zehn Kindern belegt ist. Trainer Fröhlich schaut genau hin, ob die Kinder Arme und Beine koordinieren können, damit die Schwimmbewegung richtig ausgeführt wird. Außerdem werden sie mit Regeln im und am Wasser vertraut gemacht. Die lauten beispielsweise: Vor dem Schwimmen sollte man duschen und sich abkühlen, man darf andere nicht untertauchen, bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich und viele weitere. Idealerweise machen die Kinder zum Abschluss des Kurses das „Seepferdchen“.

Butterweck betont, dass man damit aber noch nicht sicher schwimmfähig ist: Erst wenn man das bronzene Schwimmabzeichen besitzt, ist man ein sicherer Schwimmer. „Viele Eltern möchten natürlich, dass ihr Kind sich im Wasser sicher bewegt, aber manche unterschätzen auch noch die Gefahren“, warnt Butterweck.

500 Menschen ertrunken

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland fast 500 Menschen ertrunken - das besagt eine Statistik der DLRG. Das ist der höchste Stand seit neun Jahren. Die Gefahrenzonen sind nicht nur Schwimmbäder und natürliche Gewässer: Immer wieder ertrinken Kinder in Gartenteichen, Badewannen, Planschbecken oder sogar in Regentonnen. All diese Bereiche sollten für Kinder unzugänglich sein, rät die DLRG. Beim Schwimmen sollten sie immer beaufsichtigt werden, auch wenn Schwimmflügel, Reifen und Ähnliches mitgenommen werden.

Michaela Opfermann, Mutter der fünfjährigen Mila, ist es wichtig, dass ihr Kind schwimmen kann. „Das ist fast noch wichtiger als Fahrrad fahren“, findet sie. Und was sagt Mila? „Das Schwimmen macht Spaß“, sagt sie aus der Puste, aber auch stolz, nachdem sie eine Bahn fast ganz allein geschwommen ist.

Die Anmeldung zum Schwimmkurs ist möglich unter www.schwimmschule-baunatal.de und Tel. 0561/ 496060.

Tipps von Rettungsschwimmern

Die DLRG bietet auf ihrer Internetseite zahlreiche Hinweise, wie man die Sicherheit von Kindern in und am Wasser gewährleisten kann:

• Auf viele Kinder übt Wasser eine hohe Anziehungskraft aus, vor allem wenn andere darin spielen. Eltern sollten deshalb in der Nähe von Wasser immer aufmerksam sein.

• Da Kinder ihr Handeln meist noch nicht in vollem Umfang einschätzen können, agieren sie risikoreicher und gehen unbedarft an Unbekanntes heran. Deswegen ist es wichtig, sie in der Nähe von Wasser jederzeit zu beaufsichtigen. Das gilt auch dann, wenn sie eine Schwimmhilfe mitnehmen.

• Jedes Kind entwickelt sich anders und hat individuelle Voraussetzungen und Bedürfnisse. Ängste und Einschränkungen müssen unbedingt berücksichtigt werden.

• Kinder sollten sich möglichst früh mit Wasser vertraut machen, damit Hemmungen nicht erst entstehen.

• Eltern sollten versuchen, Gefahrenpunkte vorab zu erkennen, um ihre Kinder davor warnen zu können.

• Kinder müssen genau wissen, was erlaubt oder verboten ist. Eltern sollten sie an die wichtigsten Verhaltensregeln immer wieder erinnern, weil Kinder Belehrungen schnell wieder vergessen.

Weitere Sicherheitstipps, Regeln sowie Hinweise zur Selbst- und Fremdrettung finden Sie unter

www.dlrg.de/informieren

Von Lara Thiele

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.