Land Hessen gibt Suche nach neuen Umleitungen auf

Sicherheit auf der A7: Die Unterschiede zwischen Hessen und Niedersachsen

Kreis Kassel. Wie kann die Verkehrssicherheit auf der unfallträchtigen Autobahn 7 im Raum Kassel verbessert werden? In dieser Frage gibt es weiterhin deutlich unterschiedliche Auffassungen in Hessen und Niedersachsen.

Das wird anhand der Antwort von Verkehrs-Staatssekretär Mathias Samson (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal), Uwe Frankenberger und Wolfgang Decker (beide Kassel) deutlich.

Die Abgeordneten wollten wissen, wie die Landesregierung in Wiesbaden die von der A7-Konferenz für Niedersachsen beschlossenen Maßnahmen bewertet und ob eine Einführung im hessischen Abschnitt der Fernstraße infrage kommt.

Umleitungsstrecken

Niedersachsen: Die ausgewiesenen Umleitungsstrecken werden gegenwärtig überprüft.

Hessen: Das Regierungspräsidium Kassel hat die bestehenden A7-Umleitungsstrecken überprüft. Ergebnis laut Staatssekretär Samson: Es existieren „keine sinnvollen Alternativen“ zu den bestehenden Routen.

Mittelleitplanken

Niedersachsen: Unter anderem um ein Durchbrechen von Lastwagen auf die Gegenfahrbahn zu verhindern, wurden belastbarere Schutzwände aus Stahl und Beton errichtet.

Hessen: Die Schutzeinrichtungen entsprechen laut Staatssekretär Samson den Regeln und dem Stand der Technik. Nachgerüstet werden müsse deshalb nicht.

Griffigkeit der Fahrbahn

Niedersachsen: Die Griffigkeit der A7-Fahrbahn wird nicht mehr nur alle vier, sondern alle zwei Jahre untersucht.

Hessen: Es bleibt bei dem Vier-Jahres-Intervall. Die A 7 werde bis 2019 zwischen der Landesgrenze und der Anschlussstelle Melsungen saniert. Damit werde auch die Griffigkeit verbessert, schreibt Samson an die Abgeordneten. Zusätzlicher Kontrollen bedürfe es daher nicht.

Abschnittskontrollen

Niedersachsen: Im Zuge eines Pilotprojekts wird die Überwachung des Tempolimits in einem längeren Streckenabschnitt erprobt.

Hessen: Das Projekt werde in Wiesbaden „mit großem Interesse verfolgt“ (Samson). Ein eigener Versuch ist nicht geplant. Ob die Kontrollstrecken auf den hessischen Bereich der A 7 ausgeweitet werden, könne erst nach Abschluss des Pilotprojekts entschieden erden.

Pförtnerampeln

Niedersachsen: Um den Verkehrsfluss auf der A 7 zu regulieren, werden an Autobahnanschlussstellen so genannte Pförtnerampeln erprobt. Sie sollen gefährliche Situationen beim Auffahren („erzwungene Vorfahrt“) verhindern.

Hessen: Laut der Straßenbaubehörde Hessen Mobil sind die Voraussetzungen für den Einsatz derartiger Anlagen nicht gegeben. Staatssekretär Samson verweist zudem darauf, dass Pförtnerampeln zu höheren Belastungen im übrigen Straßennetz führen können.

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