Sinnvolle Freizeitbeschäftigung

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Übungsdienst: Mitglieder der Jugendfeuerwehr bei der Schutzleiterprüfung, die nach jedem Einsatz durchgeführt wird.

Niestetal. Was tun, wenn es brennt? Man ruft natürlich die Feuerwehr. Seit jeher sorgen die zuverlässigen Helfer für Sicherheit in den Gemeinden und auf den Straßen.

Oftmals Retter in der Not, sind die Feuerwehrleute bestens geschult, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Und die feuerwehrtechnische Schulung kann nicht früh genug beginnen. Viele Freiwillige Feuerwehren bieten die Möglichkeit, bereits im Kindesalter in die Arbeit der Brandbekämpfer hinein zu schnuppern. So auch die Freiwillige Feuerwehr in Niestetal, deren „Löschwichtel“, so der treffende Name der Kinderfeuerwehr, Brandschutzerziehung für Kinder bis neun Jahren bietet.

Praxisnähe und Spaß

Den Zehn- bis 17-Jährigen steht die Jugendfeuerwehr offen. Hier beginnt das wahre Feuerwehrleben. Die Jugendlichen werden am technischen Gerät geschult und lernen anhand praktischer Übungen, wie man sich im Ernstfall zu verhalten hat. Dazu zählen neben Löschübungen auch Erste Hilfe sowie Rettungsübungen und technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, ebenso wie Gefahrensensibilisierung und vorbeugender Brandschutz. Dabei steht immer die praxisnahe Schulung im Mittelpunkt. „Für die Löschübungen entzünden wir auf unserem Gelände ein Feuer, zudem haben wir hier abgewrackte Autos, die wir für Unfallsimulationen verwenden“, sagt Gemeindejugendfeuerwehrwart Christoph Brückmann.

Das Wichtigste aber sei, so Brückmann, den Jugendlichen die Materie so zu vermitteln, dass sie Spaß an der Feuerwehrarbeit fänden. Und dafür lässt man sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Niestetal einiges einfallen. Der Höhepunkt des Jahres ist für die derzeit 14 Mitglieder der Niestetaler Jugendfeuerwehr die 24-Stunden-Übung. Dabei verbringen die Nachwuchs-Feuerwehrleute einen 24-stündigen Bereitschaftsdienst auf der Feuerwache. Die Einsatzabteilung arbeitet für diesen Zeitraum Szenarien aus, denen sich die Jugendlichen stellen müssen. „Und zwar nicht auf unserem Gelände, sondern in der Gemeinde. Da rücken wir dann auch mit Blaulicht und Sirene aus. Wie im Ernstfall eben“, sagt Brückmann und ergänzt: „Es ist immer ein Riesenspaß für alle Beteiligten.“ Überhaupt sollten der Spaß an der Feuerwehrarbeit und deren spielerische Vermittlung im Vordergrund stehen, ohne dabei die Ernsthaftigkeit außer Acht zu lassen. So werden viele Übungen als Wettkampf aufgebaut, man geht anstatt des Übungsdienstes auch schon mal ins Schwimmbad oder spielt Fußball.

Präsenz vor Ort

Auch in der Gemeinde ist die Jugendfeuerwehr präsent. Etwa mit der jährlichen Weihnachtsbaumaktion, bei der die ausgedienten Christbäume eingesammelt und dann in einem großen Feuer verbrannt werden. Viele Besucher wohnen dem Spektakel bei Glühwein und Bratwurst bei. Am ersten Freitag nach den Sommerferien lädt die Jugendfeuerwehr Niestetal zudem die vierten Klassen der hiesigen Grundschulen zu einem Besuch ein. „An diesen Tagen haben wir rund 80 Kinder zu Gast, denen wir mit einer Feuerwehr-Olympiade oder anhand praktischer Beispiele aus dem Alltag unsere Arbeit näher bringen“, sagt Christoph Brückmann.

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Der regelmäßige Tag der offenen Tür bietet eine weitere Gelegenheit, einen Einblick in den Feuerwehrdienst zu bekommen. „Ich habe beim Tag der offenen Tür vorbei geschaut, ich wurde herzlich aufgenommen und habe Lust bekommen, hier mitzumachen“, sagt der 15-jährige Jonas Brodka, der inzwischen seit sechs Jahren bei der Jugendfeuerwehr ist. Ähnlich ging es dem 13-jährigen Jonas Mönnich, den Freunde zur Kinderfeuerwehr mitgenommen haben: „Es hat von Anfang an viel Spaß gemacht, also bin ich dabei geblieben.“ Der heute 16-jährige Sascha Glebe hat schon als Kind immer mit Feuerwehrautos gespielt: „Mein Patenonkel, früher selbst bei der Jugendfeuerwehr, hat mein Interesse gesehen und gefördert. Irgendwann hat er mich einmal mitgenommen und mir hat es hier vom ersten Tag an gefallen“, so Glebe, der seit 2009 bei der Jugendfeuerwehr ist.

Kameradschaft und Zusammenhalt

Für den engen Zusammenhalt der Truppe sorgen regelmäßige Freizeiten und Zeltlager, die gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr der Nachbargemeinde Staufenberg abgehalten werden. „Diese Freizeiten sind nicht nur eine gute Gelegenheit, sich gegenseitig besser kennenzulernen und den Teamgeist zu stärken, sie bereiten auch auf die Kooperation in den Einsatzabteilungen vor“, unterstreicht der Jugendfeuerwehrwart.

Durch die enge Verzahnung der Jugendfeuerwehr und der Einsatzabteilung in Niestetal ist ein nahtloser Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenbereich gegeben. „Wir bieten den Jugendlichen nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit Spaßgarantie, sondern hier kann man auch noch echte Kameradschaft und Zusammenarbeit Hand in Hand erfahren. Dafür steht die Jugendfeuerwehr in Niestetal. Und im Gegensatz zu vielen anderen Freizeitangeboten, ist die Mitgliedschaft bei uns beitragsfrei“, unterstreich Brückmann, der jeden einlädt, einmal vorbeizuschauen, wenn sich die Jugendfeuerwehr donnerstags von 18 bis 20 Uhr trifft. Hier kann man die Retter von morgen erleben und sich vielleicht auch bald selbst dazuzählen. (pee)

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