Regierungsbezirk Kassel

Situation in Erstaufnahmen für Flüchtlinge hat sich entspannt

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Kaum belegt: Die Erstaufnahme-Einrichtung in der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten ist im November 2015 eröffnet worden. Dort sollten bis zu 900 Menschen untergebracht werden. Aktuell leben dort noch 280 Flüchtlinge. Vor zwei Wochen war Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) vor Ort und gab bekannt, dass das Ministerium derzeit prüfe, welche der insgesamt 58 Liegenschaften geschlossen werden könnten. Auch die Anlage in Rothwesten soll bewertet werden.

Kreis Kassel. Im Regierungsbezirk Kassel hat sich die Zahl der Flüchtlinge in den 12 Erstaufnahme-Einrichtungen in den vergangenen vier Monaten halbiert.

Mitte November lebten in den Einrichtungen 4230 Menschen. Aktuell sind es nur noch 2200, teilte der stellvertretende RP-Sprecher Harald Merz auf HNA-Anfrage mit.

Sieben der 13 Liegenschaften, die in den Zuständigkeitsbereich des Regierungsbezirks Kassel fallen, befinden sich in der Stadt und dem Landkreis Kassel. Dort sind aktuell nur 1057 Flüchtlinge untergebracht - Platz gibt es in den sieben Erstaufnahmen für 3010 Menschen. Die achte Erstaufnahme in der Landesfeuerwehrschule an der Dönche in Kassel wurde in der vergangenen Woche bereits geräumt. Die rund 230 dort lebenden Flüchtlinge sind nach Calden umgezogen.

In den vier verbliebenen Kasseler Liegenschaften mit Platz für bis zu 980 Menschen leben nur noch 414 Flüchtlinge. Im gesamten Landkreis Kassel sind aktuell nur 648 von 2030 Betten belegt. Zum Vergleich: Im Oktober des vergangenen Jahres lebten allein im Caldener Flüchtlingslager rund 1500 Menschen. „Die Lage ist derzeit relativ entspannt, wir weisen den Landkreisen derzeit nur wenige Flüchtlinge zu“, sagte Merz.

„Seit März sind die Zahlen deutlich zurückgegangen, über die Osterferien hatten wir überhaupt keine Zuweisungen“, bestätigt Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. In den kommenden Wochen rechne der Landkreis Kassel mit etwa 30 Flüchtlingen pro Woche. „Wir können aber nicht einschätzen, wie sich die Lage weiterentwickelt“, sagte Kühlborn, wenn die Flüchtlinge versuchen, über neue Routen nach Deutschland einzureisen.

Derzeit sei die Lage aber entspannt. „Die aktuelle Situation hat unseren Planungshorizont erweitert“, erklärt Kühlborn. Während in der Vergangenheit rund 100 Flüchtlinge pro Woche im Landkreis Kassel auf die Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungen verteilt werden mussten, könne die Unterbringung der Flüchtlinge nun besser geplant und vorbereitet werden. Trotzdem sei der Kreis noch immer auf die Hallennutzung angewiesen. Die Steigerungsrate sei zwar deutlich gesunken, aber faktisch gebe es dadurch nicht weniger Flüchtlinge, die ein Obdach benötigen. Aktuell (Stand März) betreut der Landkreis 2874 Flüchtlinge. Davon leben 596 in privaten Wohnungen und 2278 in Gemeinschaftsunterkünften.

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