Aus Skilift wurde nichts: TSG Elgershausen feiert 125-jähriges Bestehen

Mit Trommeln und Fahne: Vorstand und Aktive der Älteren Turngemeinde Elgershausen posierten 1911 für den Fotografen. Foto: nh/ Repro: Dilling

Schauenburg. Der TSG Elgershausen feiert 125-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gibt es ein neues Logo und die Weihnachtsfeier wird größer ausfallen.

Wenn Karl Werner, Urgestein der TSG Elgershausen und in den 1970er- und 1980er Jahren Vorsitzender des Vereins, von dem gescheiterten Projekt eines Skilifts auf dem Hirzstein erzählt, kommt heute ein Schmunzeln über sein Gesicht: Aus dem ehrgeizigen Projekt der damaligen Skiabtelung wurde 1982 wegen der horrenden Kosten nichts. Vielleicht auch gut so, denn inzwischen kann man die Tage zählen, an denen auf dem Hirzstein mal genug Schnee liegt.

Dafür kann der Verein, der 125 Jahre alt wird, jede Menge Erfolge auf anderen Gebieten vorweisen. Der wichtigste war wohl 1967der Bau der 18 mal 33 Meter großen Schulturnhalle, der dem Vereinsleben einen regelrechten Schub gab und goldene Jahre mit dem zusätzlichen Angebot von Mutter-und-Kind-Turnen, Prellballspiel und Jedermann-Turnen bescherte: Die Mitgliederzahl sei von 1966 bis zur Jahrtausendwende um mehr als 500 gestiegen, berichtet Werner. „Dem Bau der Halle ging aber ein harter Kampf voraus“, fügt der heute 81-Jährige hinzu. Der Kreis habe damals nur eine wesentlich kleinere Halle errichten wollen.

Harte Arbeit war auch die Gründung des Vereins und sein Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg. 1981 schlossen sich einige Landwirte und Händler aus dem Dorf zur „Älteren Turngemeinde zusammen“, fünf Jahre später gründeten Elgershäuser Arbeiter einen Konkurrenzverein. Die Turngeräte mussten selbst zurechtgezimmert werden. Trainiert wurde in Gaststätten. Nach dem zweiten Weltkrieg trat Werner als junger Lehrling der neu gegründeten TSG Elgershausen bei und packte Mitte der 1950er-Jahre wie viele Andere beim Bau der Goldberg-Kampfbahn mit an. Das Erdreich sei damals mit Loren transportiert worden, erzählt er. Die Errichtung einer kleinen Übungshalle folgte 1961.

Nachwuchs in Reih´und Glied: Der Arbeiterturnverein hatte schon 1926 eine starke Kinderabteilung. Beide Elgershäuser Turnvereine wurden keine zehn Jahre später von den Nazis aufgelöst. Foto: nh/Repro: Dilling

Das Dorf wuchs und damit auch die sportlichen Erfolge des Vereins im Turnen und der Leichtathletik. TSG-Sportler nahmen an Landes- und Bundesturnfesten teil, zu Volksläufen kamen bis zu 1500 Teilnehmer, später rückte Volleyball in den Mittelpunkt. Heute hat der Verein noch rund 800 Mitglieder in 16 Sparten. „Heute gehen Viele in die Sportstudios. Die Gemeinschaft im Verein ist nicht mehr so gefragt“, klagt Christa Schmoll. MI5t ihren 75 Jahren leitet sie immer noch Übungsgruppen, und das seit fast einem halben Jahrhundert. Die TSG versucht mit der Zeit zu gehen, bietet jetzt auch erfolgreichParkour an, und nach den Sommerferien einen Zumba-Kurs.

Gefeiert wird nur im kleinen Rahmen. Das habe einen Grund, sagt Vorstandsmitglied Katharina Klauenberg. Vergangenen Herbst habe der damalige Vorsitzende mitten in den Jubiläumsvorbereitungen unterwartet das Handtuch geworfen. Erst im Februar habe man mit Wolfgang Höhne einen neuen Vorsitzenden gewählt.

Hintergrund 

Die TSG Elgershausen organisiert zum 125-jährigen Bestehen am Samstag, 3. September, zwei Wanderungen um die Gemarkungsgrenzen von Elgershausen und Hoof. Start ist jeweils um 10 Uhr an der Grillhütte Elgershausen. Dort wird nach der etwa fünfstündigen Wanderung gegrillt. Außerdem präsentiert die TSG zum Jubiläum ein neues Logo, und die Weihnachtsfeier des Vereins soll etwas größer ausfallen.

Info und Anmeldung zur Wanderung: Jutta Büchling, Tel. 0160 7441946, juttabuechling@web.de

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