Zwölf Teilnehmer

Erstes Casting für Rettungshunde am alten Sendeturm in Söhrewald

+
Verlockend: Silvio, dem schwarzen Labrador von Marko Ledesma, fällt es schwer, am Futternapf vorbeizugehen, ohne zu kosten. Bettina Oetzel und Volker Genzel von der Rettungshundestaffel beobachten, wie Hund und Hundeführer die Aufgabe meistern.

Söhrewald. Die Ortsgruppe Kassel der Rettungshundestaffel Hessen-Nord hatte am Samstag zum ersten Rettungshunde-Casting auf das Gelände am alten Sendeturm in Söhrewald eingeladen.

Zwölf Teilnehmer stellten sich mit ihren Hunden den kritischen Blicken der Jury. Die Kommandos sitzen. Immer wieder schaut Silvio sein Herrchen an. Der Sprung über die Holzstange, der Weg durch den Pylonen-Parcours - kein Problem. Auch beim Spielen macht der achtmonatige Labrador von Marko Ledesma aus Kassel eine gute Figur. Nur beim Futternapf kann er nicht widerstehen. Die Wurst darin ist einfach zu verlockend.

„Ideal wäre, wenn er an der Seite seines Herrchens bleiben und das Futter nicht anrühren würde“, sagt Ute Fehr. Sie ist Ausbildungsleiterin der Rettungshundestaffel Hessen-Nord. Die Ortsgruppe Kassel hatte Samstag zum ersten Rettungshunde-Casting auf das Gelände am alten Sendeturm in Söhrewald eingeladen. Zwölf Teilnehmer stellten sich mit ihren Hunden den kritischen Blicken der Jury.

„Für uns ist wichtig, wie Mensch und Tier miteinander umgehen“, sagt die Ausbildungsleiterin. Stimmt die Kommunikation, gehorcht der Hund, erhält der Hund Bestätigung und Lob? All das sind Kriterien, auf die sie achtet. Fehr: „Wir sind keine Hundeschule, die Grundlagen müssen vorhanden sein.“

Im Mai 2012 wurde die Ortsgruppe Kassel gegründet und zählt neun Mitglieder. Zusammen mit den 16 der Ortsgruppe Marburg bilden sie die Rettungshundestaffel Hessen-Nord. Von den insgesamt 28 Hunden sind derzeit zwölf im Einsatz, der Rest in Ausbildung. Die dauert zwei bis drei Jahre. „Wir bilden ausschließlich Flächensuchhunde aus“, sagt Andreas Kunick, Leiter der Rettungshundestaffel Hessen-Nord. Weitere Ausbildungsgebiete wären beispielsweise die Wasser-, Trümmer- und Lawinensuche. Zum Einsatz kommen die Flächensuchhunde, wenn Menschen in der Region vermisst werden. „Die Hunde spüren den menschlichen Geruch auf, wenn sie den Auftrag dazu erhalten“, sagt Ute Fehr. Haben sie die vermisste Person gefunden, gibt es verschiedene Wege, dies dem Hundeführer zu zeigen, etwa durch Bellen, durch Anspringen oder indem die Hunde ein sogenanntes Bringsel ins Maul nehmen, das sie an einem Halsband tragen. Alarmiert werden die ehrenamtlichen Staffelmitglieder von der Polizei. Die private Staffel finanziert sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge.

90 Prozent der Ausbildung beziehen sich laut Fehr auf den Hundeführer, umfassen etwa Karten-Kunde, Funk-Training, Erste Hilfe an Mensch und Hund und Orientierungstraining. „Hund und Hundeführer müssen in der Lage sein, ein bestimmtes Gebiet eigenständig und lückenlos zu durchsuchen“, sagt die Ausbildungsleiterin, die seit 14 Jahren im Rettungshundedienst aktiv ist, aktuell mit ihren beiden Gordon-Settern. Jeden Dienstag und jeden zweiten Samstag treffen sich die Staffelmitglieder zum Training.

Das Rettungshunde-Casting fand in dieser Form erstmals in der Region statt. Acht Teams wurden am Ende für das weitere Kennenlernen zu den Trainingstagen eingeladen.www.rhs-hessen-nord.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.