Bild wurde westlich des Witzenhäuser Stadtteils Hubenrode aufgenommen

Kaufunger Wald: Wolf tappte erneut in Fotofalle

Nachts abgelichtet: Am 9. März passierte der Wolf eine Fotofalle im Kaufunger Wald westlich von Hubenrode. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es das Raubtier aus der Söhre. Foto:  Universität Göttingen/ Port/nh

Witzenhausen/Söhrewald. Der Wolf aus der Söhre, dessen Auftauchen vor wenigen Wochen für Schlagzeilen sorgte, ist ein weiteres Mal in eine Fotofalle getappt. Am 9. März, sechs Tage nach dem ersten, nahe Söhrewald-Wellerode aufgenommenen Bild, wurde das Raubtier im Kaufunger Wald erneut fotografiert.

Das erklärte Dr. Markus Port, Leiter des Luchsforschungsprojekts der Universität Göttingen, im Gespräch mit der HNA. Die Fotofallen im Wald dienen eigentlich dem Zweck, das Vorkommen der Luchse in den Wäldern bei Kassel zu erforschen.

Aufgenommen wurde das jüngste Wolfsbild nach Auskunft des Verhaltensbiologen im Kaufunger Wald westlich des Witzenhäuser Stadtteils Hubenrode. Das Foto zeigt den Wolf seitlich von hinten. Ausgelöst wurde die Fotofalle in der Nacht um 3.11 Uhr. Auf dem Foto verschwindet das Tier in einer Schonung mit jungen Bäumen.

Die Stellen, an denen sich der Wolf nachweisbar aufhielt, liegen rund 21 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Dass das Foto erst nach gut zwei Monaten veröffentlicht wird, hängt damit zusammen, dass die Fotofallen nur alle paar Wochen kontrolliert werden.

Ein Vergleich der Aufnahmen von Wellerode und Hubenrode lasse den Schluss zu, dass es sich bei dem fotografierten Tier um ein und denselben Wolf handele, sagte Forscher Port. Eingeschaltet wurde auch die hessische Wolfsbeauftrage Susanne Jockisch. Sie habe bestätigt, dass es sich um einen Wolf und nicht etwa einen Hund handelt. Andere verwertbare Nachweise, etwa Fellreste, Kot oder Fußspuren, fanden sich an Ort und Stelle nicht.

Sind die beiden Fotos nun der Beweis dafür, dass der Wolf in den Wäldern östlich von Kassel heimisch geworden ist? Nein, sagt Port. Dazu sei der zeitliche Abstand der beiden Fotos von nur sechs Tagen zu gering. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wolf in weitere Fotofallen läuft, ist unterdessen gering. Denn die Göttinger Forscher haben ihre Aktivitäten inzwischen in das Wolfhager Land und den Reinhardswald verlagert. Im Kaufunger Wald und in der Söhre hängen laut Port zurzeit nur noch vier Fotofallen. Doch im nächsten Winter wollen die Wissenschaftler mit ihren Apparaten zurückkehren.

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