Weg durch den Söhrewald ist fünf Kilometer lang

Rundwanderweg: Lehrpfad zur Windkraft durch die Söhre

Fuldabrück/Söhrewald. Der Naturpark Meissner-Kaufunger Wald plant zusammen mit Hessen-Forst und den Werken einen fünf Kilometer langen Rundwanderweg zu den fünf Windkraftanlagen am Warpel in der Söhre.

Der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald lockte mit Wanderfalke, Rotmilan, Arnika-Kräutern, Schlafmohnfeldern und anderen Raritäten von Fauna und Flora bisher erfolgreich Touristen in die schöne, stark bewaldete Naturlandschaft zwischen Kassel und Eschwege. Allein die Zahl der Besucher, die ein Programm gebucht haben, sei in den vergangenen zwölf Jahren von 5000 auf 15.000 gestiegen, sagt Susanne Pfingst, Diplom-Biologin beim Naturpark.

Jetzt will der Zweckverband mit den gewaltigen Windrädern der Städtischen Werke punkten, die allerdings nicht von allen Naturfreunden als Attraktion gesehen, teilweise sogar vehement abgelehnt werden: Der Naturpark plant zusammen mit Hessen-Forst und den Werken einen fünf Kilometer langen Rundwanderweg zu den fünf Windkraftanlagen am Warpel in der Söhre. Die Eröffnung ist für Ende September vorgesehen. Einen Termin gibt es noch nicht. Die Anlage des Wegs wird nach Angaben von Pfingst 40.000 Euro kosten, die Hälfte der Strecke werde Premium-Qualität haben. Den Löwenanteil der Kosten übernehme die Hessenagentur, eine Dienstleistungsgesellschaft des Landes Hessen. Zum finanziellen Beitrag der Werke machte sie keine Angaben.

Der Wanderweg solle zugleich ein Lehrpfad rund um das Thema der erneuerbaren Energien sein, sagte Pfingst vorgestern bei der Präsentation des Projekts im Umwelthaus Kassel. Geplant seien geführte Wanderungen und Workshops mit Schülern. Mit letzteren habe der Naturpark schon gute Erfahrungen bei der Kooperation mit dem Wassererlebnishaus in Fuldatal gemacht, berichtete die Biologin. Schautafeln und Installationen sollen beispielsweise den Zusammenhang zwischen Klilmawandel und erneuerbaren Energien veranschaulichen. „Wir wollen umfassende, objekte Informationen über die Windkraft liefern“, sagte Pfingst. Es würden auch die Argumente der Windkraftgegner, etwa die Verletzungsgefahr für Vögel, vorkommen. Panikreaktionen gegenüber der Windkraft stehe „oft kein echtes Wissen“ gegenüber.

Es habe längere Zeit und viele Gespräche gebraucht, um das Land von dem Projekt zu überzeugen, berichtete Roland Heibert, Projektmanager bei den Werken. „Hessen-Forst hatte erst Bauchschmerzen“, sagte er. Dabei beobachte er schon jetzt viele Familien, die die Windräder am Warpel erwanderten. Die Werke seien auf die Akzeptanz der Bevölkerung angewiesen. Da sei anfangs ein schwerer Weg gewesen: „Wir sind beschimpft worden.“

Dennoch setzten sich die Werke dafür ein, dass das Für und Wider der Windkraft auf dem Wanderweg mit höchster Transparenz erörtert werde. Von den Teilnehmern der Präsentation, überwiegend Mitglieder des Umwelthauses, gab es nur positive Resonanz auf das Projekt. 

Windpark in der Söhre

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