„Sahnehäubchen“ für Feuerwehr Eiterhagen: Neuer Wagen in Garage

Dankbar für die großzügige Spende der Basalt AG: Laut Bürgermeister Michael Steisel (SPD) wird die freiwillige Arbeit der Feuerwehr mit dem neuen Mannschaftstransportfahrzeug, das mit Digitalfunk und Sondersignalanlage ausgestattet ist, gewürdigt. Foto: Lischper

Söhrewald. Der Fuhrpark der Feuerwehr Eiterhagen hat Zuwachs bekommen: Ein nagelneues Mannschaftstransportfahrzeug. Gekauft hat das Auto die Basalt AG, die allerdings dessen Besitzer bleiben will.

Angeschafft wurde das 40 000 Euro teure Fahrzeug bereits Ende des Jahres von der Basalt AG und wurde nun offiziell an die Feuerwehr übergeben.

Das Unternehmen, das Naturstein und Asphaltmischgut für die Bauindustrie produziert, will nun, so die Kooperationsvereinbarung zwischen Gemeinde und Firma, das Auto auf sich zulassen: Anlass für das Regierungspräsidium Kassel, sich erstmals mit einem solchen Fall zu beschäftigen. Denn das RP hat die Aufsicht über die Zulassungsstellen.

„Es handelt sich hier um einen absoluten Einzelfall“, sagt Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Man habe sich nun an das Land Bayern gewandt, wo es bereits einen solchen Fall gegeben habe - also, dass ein Sonderfahrzeug auf eine Firma zugelassen wurde, die dieses einer gemeinnützigen Einrichtung gespendet hat. „Wenn es irgendwie rechtlich möglich ist, entscheiden wir im Sinne der Kommunen“, so Conrad. Die Entscheidung werde wohl in den kommenden Tagen fallen.

Für Gemeinde und Feuerwehr ist der neue Wagen eine Bereicherung. „Das ist unser Sahnehäubchen“, sagt Bürgermeister Michael Steisel (SPD). Denn gemäß des Bedarfs- und Entwicklungsplans der Gemeinde Söhrewald, der sich nach dem bemessenen Gefahrenpotenzial richtet, sei der Wagen nicht notwendig.

Bislang standen zwei Fahrzeuge in der Garage der Feuerwehr: ein Tanklöschfahrzeug, in dem Platz für neun Leute sei, und ein Gerätewagen mit drei Sitzplätzen. Mit dem dritten Wagen können nun statt 12 Feuerwehrleuten, 21 zum Einsatzort transportiert werden.

Davon profitiere auch das Unternehmen selbst. Denn bei einem Einsatz an dem fünf Kilometer von der Wache befindlichen Standort benötige man gegebenenfalls mehrere Einsatzkräfte, so Steisel.

Uwe Hermann, Leiter der technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr beim TÜV Hessen, ist ein vergleichbarer Fall in Hessen bislang nicht bekannt. „Wenn jetzt zum Beispiel die Firma Viessmann der freiwilligen Feuerwehr ein Auto schenken will, dann wird das auch auf die Feuerwehr zugelassen.“ Hermann merkt an: Würde das Unternehmen der Fahrzeughalter sein, so wäre es bei einem Unfall haftbar - „Wer will denn so etwas?“

Das Unternehmen Basalt AG mit Hauptsitz in Erfurt hat sich gestern auf HNA-Anfrage bis Redaktionsschluss nicht zurückgemeldet.

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