Kunden aus Stadt und Kreis Kassel

Söhrewald: Ehrenamtliche betreiben seit vielen Jahren Heißmangel 

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Mit Hingabe dabei: Ute Werner (links) nimmt die frisch gemangelte Tischdecke entgegen. Helga Krah passt auf, dass keine Falten im Stoff entstehen.

Söhrewald. Zwei Frauen aus Eiterhagen betreiben jeden Dienstag eine Heißmangel im Dorfgemeinschaftshaus. 

Das Dorfgemeinschaftshaus in Söhrewald-Eiterhagen birgt eine Rarität. Menschen aus Kassel und dem weiten Landkreis pilgern deshalb seit über 50 Jahren in die kleine Gemeinde. Vorzugsweise dienstags. Denn dann stehen Helga Krah und Ute Werner an der Heißmangel und kümmern sich mit großer Sorgfalt darum, dass die Tisch- und Bettwäsche der teils weit gereisten Kundschaft gestärkt, getrocknet und perfekt geglättet über den Tisch geht.

„Wenn man hier arbeitet, muss man schon etwas für schöne Wäsche übrig haben“, sagt Helga Krah. Vor 16 Jahren hat sie das Amt von ihrer Vorgängerin übernommen. Damals wurde sie einfach ins „kalte Wasser geschubst“, wie sie sagt. Die richtige Technik, wie man Tischdecken mit Überbreite behandelt, hat die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin sich selbst beigebracht. Das erfordert ein gewisses Geschick. Und eine helfende Hand, auf die man sich verlassen kann. Die auf der anderen Seite der Mangel steht und die noch warmen Tücher vorsichtig entgegennimmt. Jemand wie Ute Werner, die eigentlich nur kurze Zeit aushelfen sollte. Und nun bereits 10 Jahre jeden Dienstag zur Stelle ist.

Heute sind die Damen Profis, ein eingespieltes Team. „Wenn wir mal wieder Tischdecken mit fünf Metern Länge haben, steht Ute schon mal vor der Tür“, erzählt Helga Krah lachend. Denn sehr groß ist der Raum im Dorfgemeinschaftshaus nicht. Aber nur so lassen sich solche Spezialfälle ordentlich zusammenfalten.

Körbeweise bringen die Kunden ihre gewaschene Wäsche nach Eiterhagen. Als nächster Schritt folgt ein Bad in der großen blauen Wanne mit Wäschestärke.

Im Anschluss dann der Schleudergang und dann geht’s in die 160 Zentimeter breite und bis zu 100 Grad heiße Mangel. „Wir müssen aufpassen, dass die Wäsche glatt durchgeht“ so Krah. Und Sorgfalt ist den beiden Fachfrauen besonders wichtig. Das zahlt sich aus. Kindergärten und Gaststätten zählen zu ihren treuen Kunden. Oder auch die Landbrauerei in Dörnhagen. Plus über 150 Privatleute, die ihre Wäsche vertrauensvoll in ihre Hände geben. „Selbst aus Kassel kommen die Leute“, weiß Krah. Wer morgens ab 8 Uhr die Wäsche bringt, kann sie bis abends um 17 Uhr wieder abholen.

Haben noch Kapazitäten

Ein Ende ihrer Tätigkeit sehen die beiden Frauen noch lang nicht. „Wir machen weiter, solange es uns Spaß macht“, sagt Ute Werner, die gelernte Schneiderin ist. Und Spaß haben die beiden Frauen allemal. Die Grenzen ihrer Kapazität sind noch nicht erreicht. „Wir freuen uns über jeden neuen Kunden“, sagt Krah lachend.

Von Stefanie Lemke

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