Outfits in Neonfarben

Söhrewald: Stefanie Riedinger hat Trikots für Olympia entworfen

Söhrewald. Wenn in diesen Tagen die deutschen Turner bei den Olympischen Spielen in Rio in den Wettkampf gehen, geht es Stefanie Riedinger aus Söhrewald nicht nur um gute Platzierungen.

Vorrangig schaut die 44-Jährige darauf, ob die Turnanzüge richtig sitzen und wie sie auf den Zuschauer wirken. Das hat einen Grund: die Welleröderin hat die Outfits entworfen und produziert. „Im August 2015 hat Nationaltrainerin Ulla Koch angerufen und den Wunsch geäußert, dass ich die Olympia-Anzüge machen soll“, berichtet Riedinger. 

Eine große Ehre für die Designerin, für die das Schneidern anfangs nur ein Hobby war. „Ich habe schon als junge Frau gerne genäht“, sagt sie. Zuerst sei es nur Kinder- und Puppenbekleidung gewesen. Nachdem ihre Tochter Jannika vor 20 Jahren aktiv bei der TSG Wellerode zu turnen anfing, hat sich Stefanie Riedinger zum ersten Mal an einen Turnanzug gewagt. Der Anzug kam bei den Vereinskollegen so gut an, dass wenig später die ganze Gruppe maßgeschneiderte Anzüge von ihr wollte. Für die Welleröderin wurde das Hobby schnell zur Berufung und sie machte sich mit ihren kreativen Ideen selbstständig. Im Laufe der Jahre kamen immer weitere Vereine – aus dem gesamten Bundesgebiet – auf sie zu, um Turnanzüge von ihr designen und schneidern zu lassen.

 „Meine Outfits kamen so gut an – das Ganze ist zum Selbstläufer geworden“, sagt die 44-Jährige, die selbst auch Trainerin und Kampfrichterin ist. Für die Olympia-Ausstattung konnte die Designerin ihrer Kreativität freien Lauf lassen. So sind zum Beispiel für das Mannschaftsfinale fetzige und moderne Anzüge entstanden, die die Farben Schwarz, Rot und Gold in Neonfarben beinhalten. Die normalen Nationalfarben seien ihr viel zu dunkel für das junge Team, erklärt sie. 

Für die Einzelwettkämpfe hat sie für die Teilnehmerinnen Eli Seitz, Kim Bui, Sophie Scheder, Pauline Schäfer und Tabea Alt ganz verschiedene Turnanzüge individuell gestaltet und auch die Laibchen und Hosen der Herrenmannschaft stammen von Stefanie Riedinger. Für die Zukunft wünscht sie sich einen Geschäftspartner, der ihre Entwürfe in großer Auflage produziert und vermarktet oder eine Anstellung als Designerin bei einer großen Firma.

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