Söhrewald: Versteckte Waldhütte wird zu Unterkunft für Wanderer

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Versteckt im Wald: Die Hütte soll eine Pausenstation für Wanderer werden.

Söhrewald. Wer es nicht kennt, wird wohl nur zufällig daran vorbeikommen: An einem kleinen Waldhaus zwischen Söhrewald und Eiterhagen unweit des Ölbergs.

Der Söhrewalder Steffen Tasler hat die verwaiste Waldhütte im März gekauft und bringt sie jetzt auf Vordermann. Sein Ziel ist es, Wanderern mit der Wanderhütte „Das Waldhaus“ ein Dach über dem Kopf zu bieten.

Steffen Tasler

Tasler, der Bauamtsleiter bei der Gemeinde Guxhagen ist, hatte von der Hütte durch seinen Cousin erfahren. „Er hat sie beim Pilzesuchen entdeckt.“ Bei der Entdeckung war das Gebäude heruntergekommen: Das Dach war kaputt, die Hütte von Grünzeug umwachsen und auch im Inneren fand Tasler nur verrostete Öfen vor. Es müsse viel gemacht werden, berichtet er. Aber er glaube an das Potenzial.

Selbst begeisterter Wanderer, der jüngst auch die 111 Kilometer über den Grimmsteig überwand, stand schnell fest: Er will die Hütte zu einem gemütlichen Rückzugsort gestalten, an dem Wanderer in einem Raum mit Ofen übernachten können. „Hier scheint den ganzen Tag die Sonne“, schwärmt der gebürtige Söhrewalder. Auch für Kinder sei das ein optimaler Ort zum Spielen. Seine eigenen hätten die Umgebung schon erkundet - von seinem Wohnhaus aus ist die Hütte in 20 Minuten zu Fuß zu erreichen.

Zwei Jahre lang habe der 38-Jährige für die Hütte gekämpft. Zuletzt als Bienenhütte genutzt, wurde sie nach langen Diskussionen zur unbewirtschafteten Wanderhütte. Es sei nicht einfach gewesen, die Hütte, die im Außenbereich der Gemarkung steht, in Privathand zu geben, sagt der Söhrewalder Bürgermeister Michael Steisel (SPD) auf HNA-Anfrage.

Mit der Auflage, den Ort der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, und eine für Übernachtungsgäste nutzbare Komposttoilette zu schaffen, klappte es schließlich mit der Baugenehmigung.

„Die Hütte hat keinen Wasseranschluss, keinen Strom und hatte nur ein Plumpsklo - im Grunde hätte die Gemeinde auch nicht viel davon“, schätzt Tasler. Steisel freut sich über eine weitere Gelegenheit für Wanderer, Unterschlupf zu finden. Wenn sie auch wenig Komfort biete - „es gibt ja auch Menschen, die mit ihrem Schlafsack am Waldrand übernachten. Diese werden allerdings immer seltener, weil die Gefahr besteht, dass jemand aus dem Gebüsch kommt und sagt: Das ist meine Wiese“, so der Rathauschef. Taslers Projekt sei in Söhrewald einzigartig. „Ich wüsste ansonsten keine Hütte dieser Art.“

Um die Hütte nutzbar zu machen, flickte Tasler zunächst das Dach, erneuerte Rinnen und Holzverkleidung und schnitt das Gelände frei - alles in Eigenarbeit. Um die Kosten zu decken, bewarb er sich zuletzt bei einer Lieblingsplatz-Aktion des Discounters Lidl. Den 2000-Euro-Gewinn wolle er in eine überdachte Sitzgelegenheit stecken.

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