Drehbuch als Grundlage

Soldaten übten in Söhrewald den Katastrophenfall

Söhrewald. Sie kletterten auf dem Drahtseil von Baum zu Baum und seilten sich von einem Windrad ab: Am Wochenende übten Reservisten, Soldaten und GIs den Katastrophenfall. 

Bei Naturkatastrophen reichen oftmals die zivilen Rettungskräfte nicht aus. Jüngst erst schickte die italienische Regierung Soldaten in das von einem schweren Erdbeben betroffene Gebiet am Fuß der Abruzzen, um bei der Bergung von Opfern zu helfen. So ein Szenario könnte auch auf deutsche Soldaten zukommen. Zumindest war das am Wochenende das Drehbuch der kurhessischen Kreisgruppe des Reservistenverbands: Sieben Teams von Reservisten aus Hessen und Nordrhein-Westfalen, Sanitätssoldaten und US-amerikanischen GIs rückten am Sonntag aus, um in der von einem „Erdbeben“ umgepflügten waldreichen Landschaft zwischen Lohfelden und Wattenbach Opfer aufzuspüren, zu versorgen und Brände zu löschen.

Rund 15 Kilometer kämpfen sich die Teams – teilweise – im Laufschritt durchs bergige Gelände, um Hilfe zu leisten. Doch die Orientierung in dem unwegsamen Gebiet ohne Hightech-Geräte ist bereits die erste schwere Hürde. Eine Gruppe der amerikanischen Soldaten steht ratlos auf einer Weggabelung im Wald. Die Gis sollten an einer Waldhütte mittels selbstgebauter Tragen einen „Schwerverletzten“ bergen. Doch statt der Waldhütte schauen sie sich vergeblich vor einem verlassenen Bauwagen von Waldarbeitern um. Da hatte es bei der Lagebesprechung im Hotel „Zum Söhrewald“ wohl Verständigungsprobleme gegeben. Der Übungsleiter, Oberleutnant Valentino Lipardi, hat schließlich Erbarmen mit den verwirrten Gis und hilft ihnen weiter.

Die US-amerikanischen Soldaten, die vom Reserve-Major Christian Grötsch aus Espenau angeführt werden, haben mehr Glück. Grötsch erklärt den Gis wortreich in holprigem Englisch, wie sie sich über eine Schlucht des Fahrenbachs hangeln sollen. „Don´t surrender“ (gib´nicht auf), feuert Danny Zorilla einen Kameraden an, der über das Seil balanciert. Die gemischte Truppe meistert auch die übrigen Stationen hervorragend. Sie löschen ein Feuer, seilen einen „Verletzten“ aus dem engen Tunnel einer Windkraftanlage oberhalb Wattenbachs ab, und kämpfen sich in voller Montur durch das Becken des Wattenbacher Waldschwimmbads. Sie gewinnen den Wettkampf. Soll noch mal einer sagen, dass die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit nicht klappt.

Reservisten üben den Katastrophenfall in Söhrewald

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