Voting zur Wolfssichtung bei Söhrewald

Vielleicht bald mehr Wolfs-Fotos - Bilder werden ausgewertet

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Gesichtet: Der Wolf, der in der Söhre fotografiert wurde (kleines Bild), tappte in eine Fotofalle, die eigentlich Luchs aufnehmen soll. Das große Foto zeigt zwei Tiere im Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn in Baden-Württemberg.

Söhrewald. Das Foto war eine kleine Sensation und vielleicht kein Einzelfall: Anfang März wurde ein Wolf nahe Wellerode fotografiert und damit der erste bestätigte Nachweis in Hessen seit Einführung (2015) des Wolfsmanagements erbracht.

Dabei war das Bild nur ein Zufall. Dr. Markus Port, Verhaltensökologe der Uni Göttingen, wollte mit den Kamerafallen in der Söhre eigentlich Luchse festhalten.

Markus Port

„Ich war überrascht“, sagt Port. Wölfe würden sich zwar wieder ausbreiten, aberdass einer durch Hessen komme und in eine Fotofalle tappe, sei ein Glücksfall. Aufgefallen war das erst bei der Auswertung der Fotos vor einigen Tagen.

„In der Regel werten wir die Fotos alle vier Wochen aus“, erklärt der Wissenschaftler. Die meisten Fotofallen, die Port mit seinem Team in der Söhre anbrachte, sind nun bereits eingesammelt, aber noch nicht kontrolliert worden. „Es ist also nicht auszuschließen, dass wir noch weitere Fotos des Wolfs entdecken.“ Außerdem würden einige der Fotofallen derzeit noch hängen.

Etwa einen Kilometer östlich vom Ortsrand Wellerode, mitten im Wald zwischen dem Söhrewalder Ortsteil und Kaufungen, hat die Kamera das Tier aufgenommen. Wo der Wolf hin wollte und woher er kam, lasse sich aber nicht herausfinden, sagt Markus Port, der sich mit seiner Arbeit hauptsächlich dem Leben von Luchsen widmet. Bei beiden gebe es durchaus Überschneidungen, was das bevorzugte Fressen angeht, sagt er. „Das Nahrungsangebot ist gut in Hessen.“

Prognose nicht möglich 

Unklar ist, welches Geschlecht das fotografierte Tier in der Söhre hat. Es wird vermutet, dass es ein Rüde war. Weitere Untersuchungen seitens des Umweltministeriums sind nicht geplant. „Gleichwohl wurden die staatlichen und privaten Forstdienststellen in diesem Gebiet, der Schafhalterverband und die einschlägig aktiven Naturschutzverbände sowie Naturschutzbehörden informiert und gebeten, Hinweise weiterzugeben“, sagt Annette Zitzer vom Umweltministerium. Der Wolf könne mittlerweile viele Kilometer weiter gezogen sein. Daher könne man auch keine Prognose seines weiteren Aufenthalts machen.

Bestätigen kann das Ministerium, dass zwischen 2006 und 2011 ein Wolf im Reinhardswald lebte. Mehrere Tiere seien in den vergangenen Jahren auf Autobahnen in Süd- und Osthessen angefahren und getötet worden.

Keine Statistik werde zu den Anrufen an der Wolfshotline geführt. Zwischen 1. März und 15. April seien es neun Anrufe gewesen, so die Sprecherin. In den meisten Fällen, in denen eine Wolfssichtung gemeldet wurde, „musste ein Wolf aber ausgeschlossen werden“.

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